»Bildsprache« – kein Bilderbuch
19. Februar 2009 Tanja Huckenbeck

Der Begriff »Bildsprache« ist zunächst etwas verwirrend, denn um Bilder im Sinn von Fotos geht es nicht in diesem Buch – zumindest nicht direkt.
Die Titel des norwegischen Originals »Visuell grammatikk« bzw. der englischen Ausgabe »Visual Grammar« sind da schon aufschlussreicher. In seinem Buch geht es Christian Leborg darum, die Grundelemente des Grafikdesign darzustellen und mögliche Kombinationen zu zeigen – wie bei einer sprachlichen Grammatik.
In vier Kapiteln Abstrakt (was ist ein Punkt, eine Fläche, eine Struktur), Konkret (Form, Größe, Farbe von Objekten und Strukturen), Aktionen (Wiederholung, Drehung, Richtung etc.) und schließlich Relationen (mehrere Objekte in einer Komposition) werden alle wesentlichen Elemente des Grafikdesigns behandelt und in reduzierten Abbildungen anschaulich dargestellt.
Sehr wohltuend ist dabei der wissenschaftliche, mathematische und strukturierte Ansatz von Leborg, der sich von den manchmal inhaltsleeren Texten anderer Grafikdesignbücher abhebt. Beispiel: »Eine Fläche wird durch zwei sich schneidende oder parallele Linien oder durch mindestens drei nicht auf einer Geraden liegende Punkte definiert.« Da muss man vielleicht zunächst etwas nachdenken, es bringt aber mehr als diverse »Bilderbücher«.
Die hier dargestellten Definitionen und Kompositionsgesetze lassen sich dann auf alle Designelemente (Format, Text, Bild etc.) anwenden.
Designer mit Berufserfahrung werden in diesem Buch nicht viel Neues entdecken, für Studenten oder Auszubildende versammelt es aber alle Grundlagen in kompakter und zudem erschwinglicher Form.
Bildsprache – Ein visuelles Wörterbuch für Designer
Verlag: Princeton Architectural Press
ISBN 978-1568987323
17,90 Euro – 96 Seiten
Kategorie: Verschiedenes
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