Beiträge unter »Typo-Magazine und Bücher«

Kieler Woche – Geschichte eines Designwettbewerbs

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Wer möchte als Designer nicht einmal zum Wettbewerb für das Veranstaltungsdesign der renommierten Kieler Woche eingeladen werde? Jedes Jahr werden nur eine Handvoll Designer eingeladen, Entwürfe einzureichen.
Seit 1958 gibt es diesen »geschlossenen« Wettbewerb, und zu den Siegern in den mittlerweile über 60 Jahren gehörten bereits viele namhafte Designer wie Anton Stankowski, Hans Hillmann, Ruedi Baur, Fons Hickmann, Cyan, Klaus Hesse, Wim Crouwel, Peter Ziska oder Hennig Wagenbreth.

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Das Büchlein »Kieler Woche – Geschichte eines Designwettbewerbs« aus der A5-Buchreihe dokumentiert die Plakate und andere visuelle Umsetzungen der jeweiligen Sieger des Wettbewerbes, zeigt auch die Plakate zu Zeiten vor dem geschlossenen Wettbewerb (1948–1957), sowie Stimmen von Teilnehmern, Gewinner des Wettbewerbs und Kommentare der Jury zu den jeweiligen Siegerentwürfen.

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Man bekommt so einen sehr guten Einblick in diesen Wettbewerb und seine Bedeutung, aber auch über 60 Jahre Plakatgestaltung am Beispiel dieser Veranstaltung.
Lars Müller Publishers
ISBN 978-3-03778-231-6, d/e
14,8 x 21 cm, 128 Seiten, ca. 150 Abbildungen, Softcover (2010)

2 comments 4. Januar 2011 Peter Reichard

Bitte setzen! 
Die Schriftmuster der Handsatzwerkstatt Fliegenkopf

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Nach über zwei Jahren ist es nun endlich soweit: Band I der »Fliegenprobe« – womöglich eines der letzten handgesetzten Schriftmuster – ist soeben in einer limitierten Auflage von 150 Stück erschienen.

Unter dem Appell »Bitte setzen!« startete die Designschule München in Zusammenarbeit mit der Handsatzwerkstatt Fliegenkopf  im Sommer 2008 ein gewagtes Unternehmen: Ein Schriftmusterbuch der rund 170 verschiedenen Schriften der Werkstatt sollte entstehen. Was zunächst mit den Studiernden begann, wurde bald auf weitere Schriftliebhaber ausgedehnt. Viele entschlossen sich spontan, bei diesem außergewöhnlichen Projekt dabei zu sein und erweiterten den Kreis der Mitarbeiter weit über die Designschule hinaus; annähernd 100 Nachwuchssetzer hatten am Ende mitgewirkt.

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In den 20 Jahren seit Gründung der Handsatzwerkstatt Fliegenkopf hatten sich viele Schriften angesammelt, auch unbekannte und namenlose. Die betreuenden Lehrkräfte, Oliver Linke und Michael Wörgötter recherchierten in akribischen Nachforschungen die fehlenden Informationen zu den Schriften.
Für die Muster wurden Texte aus den Bereichen Dadaismus und Konkrete Poesie sowie alte und vergessene Wörter verwendet. So präsentiert das Schriftmusterbuch nicht nur die Schriften der Werkstatt mit Informationen zu ihrer Herkunft, sondern ist ganz nebenbei auch noch zu einer vergnüglichen Lektüre geworden, die Literatur und Wortschatz der Bleisatz-Ära dokumentiert.
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Das komplette Werk mit allen Schriften der Werkstatt wird im Frühjahr 2011 erscheinen und setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:
Band I (122 Seiten, 35 x 25 cm) enthält die Bleischriften (89 Schriften).
Band II (ca. 100 Seiten, 35 x 25 cm) enthält die Plakatschriften (81 Schriften), wobei Schriften in Graden über 12 Cicero zusätzlich auf 62 großen Schriftblättern (35 x 50 cm) abgedruckt wurden und in einer zusätzlichen Kassette erhältlich sind.

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Kurzinfo / Preise

Band I: Bleischriften
bereits erschienen im Oktober 2010
122 Blatt (einseitig bedruckt) mit 89 Schriften
35 x 25 cm, Hardcover mit Buchschrauben
300,- EUR (zzgl. Versandkosten)
Subskriptionspreis bis 6 Monate nach Erscheinen: 250,- EUR

Band II: Plakatschriften
erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2011
ca. 98 Blatt (einseitig bedruckt) mit 81 Schriften
35 x 25 cm, Hardcover mit Buchschrauben
300,- EUR (zzgl. Versandkosten)
Subskriptionspreis bis 6 Monate nach Erscheinen: 250,- EUR

Kassette zu Band II
erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2011
und ist nur zusammen mit Band II erhältlich
62 Einzelblätter
35 x 50 cm
200,- EUR
Subskriptionspreis bis 6 Monate nach Erscheinen: 180,- EUR

Komplettpaket:

Band I + II + Kassette
680,- EUR

Bestellungen bitte per Email an: info@fliegenkopf-muenchen.de

Handsatzwerkstatt Fliegenkopf
Wörthstraße 42
81667 München
Tel: +49 - 89 - 48 66 67

1 comment 8. Dezember 2010 Peter Reichard

PACIFICOkalender 2011 Thema: SALE & VERLOSUNG

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Auch für 2011 gibt es einen Kalender von Pacifico, diesmal mit dem Schwerpunkt »Sale«. Auf 32 farbigen Vorspann-Seiten zeigt der Kalender farbige Fotos; mit besonderem Blick auf die Welt um uns herum.

Wer uns bis Freitag den 10. Dezember eine Mail mit dem Stichwort »Pacifico« schickt kann einen von drei Kalendern gewinnen
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Sale. Ausverkauf. Rebajas.

Konsum. Verlockung, Verzicht, Schein und Sein. Wie ein riesiges Schaufenster umgeben uns verlockende Angebote; Etalage unserer Konsumgesellschaft. Auf Doppelseiten zu anregenden, spannungsreichen Aussagen arrangiert erzählen die Fotos vom Reiz, von der Schönheit und der Absurdität der Angebote; vom Markt, der über alles geht; der Schuld, dem schlechten Gewissen und der Krise; von  den schillernden Spiegelungen in den Schaufenstern unserer Fußgängerzonen. »Capitalism kills love!«

Im Innenteil finden sich wie immer unsere typografielastigen Duplexbilder aus der ganzen Welt und historische Denkanstöße an den Wochentagen. Anregung für anhaltendes Fernweh und Aufforderung zum Losfahren. Auch zum Schwärmen zu Hause gut geeignet: Ansichten, typografische Genußstücke.

Im Kalendarium erinnern historische Anmerkungen an die nennenswerten Ereignisse unserer Weltgeschichte, bringen zum Nachdenken und zum Schmunzeln – und fördern Dein Allgemeinwissen. Ausserdem inspiriert jede Woche ein anderes Foto zum beschwingten Gang durch das Leben. Im Ganzen luxuriös zweifarbig gedruckt.

Den Kalender kannst Du bei PACIFICO GRAFIK im Shop kaufen(www.pacificografik.de/shop). Für lebendige Menschen. Handlich, praktisch, schön und sinnlich. Ein Kunstwerk für die Sinne. – Kalendarium mit einer Woche auf einer Doppelseite. Feiertage. Deutsche Ferientermine. Monde. Zyklenkalender (28 Tage). Adressregister und Notizseiten. Außerdem zahlreiche historische Daten mit kurzen Erläuterungen.

Ökologische Druckproduktion.
Aus den letzten Jahren ökologischer Druckproduktion haben wir gelernt. Zusammen mit OKTOBERDRUCK hatten wir alle Parameter der Druckherstellung so verändert, dass eine maximal umweltverträgliche Produktion möglich wurde. Manches hat uns in der Qualität der fertigen Kalenders nicht überzeugt. In diesem Jahr haben wir die Folie, mit der wir den Kalender kaschieren (außen) wieder aus herkömmlichen Material gewählt (haltbarer und hübscher). Den Umschlagkarton haben wir fester und knackiger gewählt und für die 32 Foto-Seiten im vorderen Teil haben wir erneut ein anderes ökologisches (FSC-zertifiziertes) Papier gesucht, dass sich im Druck noch besser zur Wiedergabe der farbintensiven Bilder eignet und zudem mit seiner warmen Färbung die Wirkung der Bilder unterstützt. Um das Auftragen des Rückens zu verhindern gehen wir von der Fadenheftung ab und produzieren wieder mit einer schlankeren PUR-Klebebindung. In diesem Jahr sehen die ökologischen Eckpunkte also so aus:

* wir verwenden im Kalendarium Papier aus 100% Recyclingfasern
* im Farbteil verwenden wir FSC-zertifiziertes Papier
* die verwendete Druckfarbe enthält keine Erdölanteile
* lokale Produktion ohne überflüssige Transporte
* die CO2-Auswirkungen der Produktion wurden neutralisiert
* die Druckerei arbeitet umweltfreundlich nach den strengen europäischen EMAS-Richtlinien und ist entsprechend zertifiziert

Im Spagat zwischen optimaler Qualität und ressourcenschonender Produktion haben wir auch in diesem Jahr versucht die richtige Balance zu finden.

DIES JAHR WAS BESONDERES:
Das Typo-Rätsel mit Belohnung!
Für alle Designer, Schrift-Fanatiker, Font-Freunde und Liebhaber des FontBook haben wir im Kopf der Adress-Registerseiten im Kalender insgesamt 15 Schriftnamen versteckt (Schreibweise wie in der FontBook »Bibel«).

Allen BestellerInnen, die uns in einer Mail bis zum 31. Januar 2011 die richtigen 15 Schriftnamen schicken schenken wir ein kleines kleines Makulaturbuch aus dem PACIFICO-SHOP. Nähere Infos auf unserer Kalender-Seite: www.pacificografik.de/kalender

20 comments 6. Dezember 2010 Peter Reichard

Geschenktipp #1: Hamburg Alphabet

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Vor einigen Tagen flatterte dieses schöne Buch bei uns herein, dass für alle typophilen Menschen ein Augenschmaus ist. Gemalte Schilder oder welche aus Leuchtstoffröhren, alle samt aus Hamburg sind hier von A–Z versammelt.
Ohne Schrift keine Stadt: Ladenschilder und Fassadenschriften begegnen uns auf Schritt und Tritt. Als Visitenkarten der Geschäfte und Aushängeschilder im wahrsten Sinne des Wortes sind sie weithin sichtbar, dienen der Orientierung und prägen das Stadtbild.

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Aus Neonröhren geschwungen, aus Stein gemeißelt, auf die Hauswand gemalt – manche der Schriften sind kunstvoll gestaltet und typografisch raffiniert, manche leichtfertig zusammengebastelt, manche grell und modisch. Viele zeigen Altersspuren oder sind schon beinahe ganz verblasst.

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Das Hamburg-Alphabet archiviert, dokumentiert und ordnet Schriftzüge und Schilder von Hamburger Fassaden. Von A wie »An der Alster« bis Z wie »Zum Brandanfang«. Mal sachlich, mal verspielt und mit vielen Hamburg-typischen Schriftzügen erzählt dieses Fotobuch Geschichten über Straßen und Stadtteile, über Typografie und über Veränderungen des Stadtbilds.

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HAMBURG ALPHABET von Chris Campe
96 Seiten mit 220 Farbabbildungen
und einer zweisprachigen Einleitung
deutsch/englisch, übersetzt von Corinna Rodewald

Hardcover, 12,5 x 17,5 cm, 14,90 Euro
ISBN 978-3-88506-466-4

2 comments 1. Dezember 2010 Peter Reichard

»Das Freelance Design Handbuch«

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Sehr positiv am »Freelance Design Handbuch« aus dem Stiebner Verlag sind die realistischen Berichte zu den Anforderungen an Freelancer und ihre Arbeitsweise. Diese Schilderungen sind abseits jedweder Romantik von »Man ist sein eigener Herr« und »Ich kann mir die Zeit selbst einteilen«. Die Realität ist anders und auch härter. Zudem ist sicherlich nicht jeder gute Designer dafür geeignet, denn allein die Design-Kenntnisse und das technische Know-How reichen nicht aus, um auch erfolgreich selbstständig zu sein.
Aber auch Tipps für die Praxis wie Akquise und Eigenwerbung findet man in diesem Buch, immer mit vielen Statements von Freelancern und illustriert mit Designs der interviewten Designer.

Der einzige richtige Haken an diesem Buch ist, dass beim Kapitel »Rechtliche Kenntnisse« die Hinweise fast nur für die USA nützlich sind oder so vage bleiben, dass einem das Kapitel nichts nützt. Denn das Buch wurde zwar übersetzt, aber nicht inhaltlich auf die Situation in Deutschland übertragen. So fehlen wichtige Themen wie Berufsgenossenschaft und Künstlersozialkasse, Mehrwertsteuersatz (7% und 19%), Gewerbe oder Freiberuflichkeit gänzlich. Zum Thema Umsatzsteuer liest man dann etwas, das dem Selbstständigen beim Finanzamt schnell das Genick brechen kann:
»Viele Freelancer haben uns erklärt, dass keine Umsatzsteuer anfällt, wenn sie die fertige Arbeit an den Kunden mailen. Liefern sie aber ein materielles Objekt wie den gleichen Auftrag auf DVD, dann müssen sie die Umsatzsteuer erheben.«
Da gerade Anfänger oft nicht Bescheid wissen und sich mit Hilfe eines solchen Buches informieren wollen, ist es unverantwortlich solche Statements zu veröffentlichen.

2 comments 26. Oktober 2010 Peter Reichard

»Grafikdesign Kurs« oder »Mein Luftkissenboot ist voller Aale!«

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Wieder ein Buch, bei dem den Lesern der deutschsprachigen Übersetzung die Bäume leid tun, die für dieses Buch dafür gefällt wurden. Im ersten Teil bekommt man zwar noch interessante Abbildungen hervorragender Designbeispiele geliefert, aber den Inhalt sollte man nur mit größter Vorsicht genießen. Denn vermutlich durch die Übersetzung werden viele Passagen unverständlich wie diese Beispiel anschaulich zeigt:
»Zeitschriften und Zeitungen nutzen DTP, um so viele Wörter auf eine Seite zusetzen, wie für das Auge angenehm erfassbar und ästhetisch gefällig sind, wenn nötig, mit Seitenrastern, Vorlagen und Spalten.«

Die inhaltliche Tiefe ist meist zudem sehr gering. So gibt es zur Einführung von Layout- und Grafikprogrammen gerade mal 4–8 Seiten. Das hilft dem Anfänger gar nichts und demjenigen, der die Grundlagen der Software kennt, bringt es höchstens ein müdes Lächeln ins Gesicht.

Hier nur einige dieser unmöglichen »Inhalte«. Man könnte dies seitenlang fortsetzen, was ich aber den Lesern ersparen möchte. Und vor allem möchte ich den Lesern dieses Buch ersparen.

»Font: Bestimmte Größe, Dicke und Breite eines Zeichensatzes, z.B. Garamond Roman 12 pt.«
Vermutlich ist damit das Schriftgewicht und die Schriftweite (Extended, Condensend, etc.) gemeint. Versteht man aber so kaum. Zudem ist es falsch, dass die Größe durch den Font, also die Schriftdatei bestimmt wird.

»Grundlinie: Linie, auf der die Minuskeln (Kleinbuchstaben) stehen« Da die Großbuchstaben auch auf der Grundlinie stehen, ist die Erklärung ebenso ungenau wie diese: »x-Höhe: Höhe der Minuskeln in jeder Schriftart«. Denn was ist Kleinbuchstaben mit b, d, f, h, etc., die eine Oberlänge besitzen. Sie sind größer als die x-Höhe.?

Dem folgt die arg verallgemeinernde Behauptung, dass Schriften mit kleiner x-Höhe leichter lesbar sind.

»Moderne Serifenschriften wie Minion, Swift und Meta eigenen sich hervorragend für Zeitgeistthemen.«
Doch Meta ist ein Sans-Serif-Schrift oder man hätte zumindest Meta Serif angeben sollen.

Der Durchschuss wird fälschlicherweise als »Horizontaler Zeilenabstand« Dabei ist Durchschuss nicht gleich dem Zeilenabstand.

»Schnittmarken: Haarlinienmarkierungen außerhalb des Druckbereichs, mittels derer die Farbpaletten exakt übereinander positioniert werden«. Welche Farbpaletten sind hier in der Druckmaschine wohl gemeint?

»Einen Fadenzähler oder eine Lupe zur Kontrolle von Passer, Beschnitt, Tonwertzuwachs und Klarheit der Schrift.«
Erstens benötigt man für die Kontrolle des Beschnitt keinen Fadenzähler und was soll die Klarheit der Schrift? Vermutlich wurde Clarity (Deutlichkeit, Schärfe) mit Klarheit übersetzt.

»Siebdruck: Druckverfahren, bei dem Matrizen benutzt werden.«
Matrizen sind für die Herstellung von Bleibuchstaben verwendet worden.

Die Übersetzerin und die Lektorin scheinen kaum Kompetenz in den Themen Design, Druck und Medien zu haben. Oder nach Monty Python: »Mein Luftkissenboot ist voller Aale!« Solcher Bücher machen mich aggressiv.

2 comments 26. Oktober 2010 Peter Reichard

»Gestaltung, Typografie etc.« von Damien und Claire Gautier

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Die Autoren von »Gestaltung, Typografie etc.« hatten nicht den Anspruch, ein Buch zum Thema Layout, das alle Fragen erschöpfend beantwortet, zu schreiben. Trotzdem gelingt es ihnen, viele Bereiche anschaulich und mit vielen Beispielen illustriert vorzustellen und zumindest anzureißen.
Alle Abhandlungen zu Farbwirkung und Farbgestaltung, Formaten, Raster, Typografie, Goldenem Schnitt, Gestaltungsgrundlagen, Text-Bild-Integration u.v.m. sind umfangreich mit Beispielen international renommierter Designer illustriert. Dies macht das Buch zu einer Art Kompendium zeitgenössischem Grafikdesigns.

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Jedoch muss man auch festhalten, dass viele der erläuternden Texte der Autoren zu den Designs doch etwas oberflächlich wirken. So zum Beispiel die Erläuterung zu den Emigre-Fontkataloge, die als Beispiel für eine Seriengestaltung angeführt werden. Es wird als Gemeinsamkeit lediglich das – alles andere als außergewöhnliche – Format genannt:.
»Alle Schriftkatalog haben das gleiche Format, doch je nach vorgeführter Schriftart sind sie nach unterschiedlichen grafischen Prinzipien gestaltet.«
Zudem sind viele Texte durch die Übersetzung holprig, was stellenweise sehr störend ist. Machmal bleibt auch unklar was gesagt werden soll. Hier einige Beispiele dazu:
»Je höher sie (x-Linie), um so dicker erscheint die Schrift, auch wenn der Schriftgrad derselbe ist.« (Seite 54)
»Ob die Buchstabenbreite sich ändert oder gleich bleibt, wirkt sich auf den Leserhythmus aus.« ( Seite 55)
»Die Schriftenkataloge der Schriftgießerei Jonathan Hoefler und Tobias Frere-Jones (…) Sie sind seitenstark, damit die Schriften großzügig präsentiert werden können.« (Seite 236)
Und solche Sätze bleiben mir unverständlich:
»Die Sabon verbindet die Eleganz und den Klassizismus der Garamond mit der Nüchternheit der Serifenlosen Linear-Antiqua-Schriften.« (Seite 57)
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch einen Einstieg in die Welt des Layouts schafft, eine umfangreiche Sammlung von Designs namhafter Büros und Agenturen zusammenstellt, aber am Ende doch nicht u.a. wohl durch die Übersetzung hundertprozentig überzeugen kann. Zusätzlich ist es anstrengend, die extrem kleine Fließtextschrift auf Dauer zu lesen, und einige Seitenlayouts sind sehr unübersichtlich.
Eine weitere Besprechung gibt es auf Slanted

2 comments 5. Oktober 2010 Peter Reichard

@design – eine Buchbesprechung

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»@ design« beschäftigt sich nicht in erster Linie – wie der Titel auf den ersten Blick suggeriert – mit Webdesign, dem Publizieren im Internet oder Web 2.0 und behandelt diese Themen trotzdem.
Kein Widerspruch, denn es geht um Kommunikationsmodelle, Entwicklung der (medienübergreifenden) Kommunikation , aber auch um Gestaltungsgrundlagen und den Zusammenhang und Gegensatz von Kunst und Design. Ein theoretisch-wissenschaftliches Buch, das den Leser »aus dem Fluss des Lebens ans Ufer« treten lässt, »um zu betrachten, was geschah, geschieht und geschehen wird.« Es ist kein »Bilderbuch« zum Blättern und Schmökern, sondern setzt voraus, dass sich die Leser inhaltlich tiefergehend mit Design und seiner gesellschaftlichen Relevanz sowie seiner Vergangenheit und Zukunft beschäftigen wollen.
Denn Designer oder Mediengestalter sein, bedeutet nicht nur mal Dinge »schön und bunt« zu machen, sondern dazu gehört auch ein Verständnis über Designentwicklungen zu haben. Und genau hier setzt das Buch an. Während die ersten Kapitel die bereits seit Jahrhunderten bestehende Medienkonvergenz und die Bedeutung des Kommunikationsdesign in und für die Gesellschaft behandeln, ist das dritte Kapitel den Gestaltungsgrundlagen gewidmet. Spannendes Buch das zum Nachdenken anregt, wie ein Designbegriff zu verstehen ist, der »sich bewusst von Stil, Geschmack, Effekt und dekorierten Oberflächen abwendet.« Aber nicht unbedingt sprachlich leichte Kost.

Add comment 1. Oktober 2010 Peter Reichard

Rezenssion »medien verstehen • gestalten • produzieren

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Umfassende Bücher über Mediendesign mit all seinen Disziplinen zu schreiben ist wahrscheinlich eine große Aufgabe für alle Autoren. Dieses bereits 2002 erstmals erschienene Buch »medien verstehen • gestalten • produzieren« aus dem Europa Lehrmitel Verlag wurde von insgesamt 5 Autoren weitgehend überarbeitet. Es ist schwierig auf 700 Seiten alle Themen in der nötigen Tiefe und in der richtigen Gewichtung darzustellen.
Meiner Meinung nach ist dieses Projekt an seinem Anspruch, Kommunikationstheorie, Gestaltung, Druckproduktion, Audio, Video, Film, Animation, Internet, Markenrecht, Kalkulation, Marketing und vieles mehr ausreichend in einem Buch zu vermitteln, gescheitert.

Sicherlich ist vieles richtig und auch gut erklärt in dem Buch, aber auch sehr vieles ist veraltet, oberflächlich dargestellt bzw. enthält falsch angewendete Begrifflichkeiten. Das Problem für den Leser, vor allem den Neueinsteiger, ist es, nicht direkt zu erkennen, was nun richtig, was ausführlich genug ist und was nicht.

Hier einige Beispiele:

• Die Geschichte der Schrift wird mit einer (!) Buchseite abgehandelt und das so, dass nur Schlagwörter aneinandergereiht werden, aber kein Wissen vermittelt wird.
So heißt es extrem verkürzt:
»Beginnend mit dem Klassizismus um 1800 entstand eine Drucktype, die bis in das Zeitalter ›neuen Sachlichkeit‹ (1930) zum Einsatz kam. Grundlage dieser sachlichen auf Funktionalität ausgerichteten Sichtweise war die Bauhaus-Bewegung.«

Jedoch wird ebenfalls eine Seite über Smileys und Web-Netiquette eingeräumt. Das ist sicherlich im Vergleich mit der Schriftgeschichte keine angemessene Gewichtung.

• Ein Fachbuch, das von Serifen wie in Kindersprache von »Füßchen« spricht, ist nicht überzeugend.

• Blocksatz wird als Ausschließen bezeichnet. Der Begriff aus dem Bleisatz wird weder erläutert und schafft so nur Verwirrung, zumal auch ganze Druckbögen ausgeschlossen wurden.

• Selbst Standards wie PDF-Erzeugung werden extrem oberflächlich behandelt.

• Lächerlich wird es dann, wenn die Fun-Kamera Lomo Actionsampler als »Spezialkamera« bezeichnet wird, die »vier Passbilder« herstellen kann.

• Opentype-Fonts kommen gar nicht vor und auch sonst ist das gesamte Handling der Druckvorstufe völlig veraltet oder sogar falsch. Überfüllen wird beispielsweise mit Überdrucken verwechselt.

• Corporate Design und Corporate Identity werden ebenfalls völlig außer acht geklassen.

Diese Liste könnte man noch mit weiteren Beispielen fortsetzen.

Add comment 1. Oktober 2010 Peter Reichard

Schriftgenuss-Katalog erhältlich

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Zur Ausstellung »Schrift in Form – Schriftgenuss« ist ein Katalog erhältlich, der Ausstellungsdokumentation, Rezeptheft und Schriftmuster in einem ist.

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Die Lieblingsrezepte der teilnehmenden Schriftdesigner von Salat über Hauptgerichte bis zu Kuchen und Cocktails sind dort abgebildet – insgesamt 34 Stück sortiert nach Themengebieten. Dank der wunderbaren Arbeiten der Schriftdesigner ist es ein sehr schöner Katalog geworden, der im wahrsten Sinn des Worts Schriftgenuss bietet.

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Auch die Schriftdesigner und Kontaktmöglichkeiten sind dort verzeichnet.

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Format DIN A5, 48 Seiten, 10 Euro. Erhältlich ist der Katalog direkt im Museum oder auf Anfrage bei spatium (dann zzgl. 2 Euro Versandkosten)

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The guide for the exhibition »Schrift in Form« is now available which is all in one a documentation, cookbook and type specimen book.

It shows the favourite recipes of the type designers who take part in the exhibition – from salads to main dishes, cakes and even cocktails! Thanks to the wonderful works of the type designers, it is a beautiful guide which reflects the motto »gusto« perfectly.

The guide also listes the type designers and their websites.

Size DIN A5 (148 x 210 mm), 48 pages, 10 Euro. The catalogue is sold in the museum, and we’ll send it to everyone (+ shipping costs) who unfortunately can’t be here - contact us!

Add comment 9. September 2010 Tanja Huckenbeck

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