Beiträge unter »Typo-Magazine und Bücher«

ZU VERKAUFEN: Hauptprobe der Schriftgiesserei D. Stempel AG

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Diesmal ein etwas aussergewöhnliche Beitrag udn zwar vermitteln wir den Verkauf einer »Hauptprobe der Schriftgiesserei  D. Stempel AG Frankfurt a. Main, Leipzig,Budapest.« Etwas für echte Sammler oder Bibliotheken und Archive:

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Es handelt sich um ein Nummeriertes Exemplar und das teilweise in Zweifarbdruck. Das Exemplar ist in Leinen eingefasst und an den Kanten etwas durch geschabt. Im Kapitel 15 sind 2 Seiten lose und etwas eingerissen.

INHALT:

1. Fraktur-Brotschriften, Buchschriften
2. Fraktur-Auszeichnungs- und Titelschriften Gotisch/Kanzlei Schwabacher-Schriften und ihre Abarten.
3. Antiqua, Brot- und Titelschriften, Romanische und Mediaeval-Schriften und ihre Abarten, Buchschriften
4. Grotesk-Schriften und ihre Abarten
5. Akzidenz-Schriften älteren Schnittes, Zier- und Karten-Schriften
6. Schreibschriften, Schreibmaschinenschriften
7. Zeitungs-Brotschriften mit großen Schriftbild
8. Auszeichnungs-Schriften der gebräuchlichsten Brotschriften
9. Unsere drei großen Schriftfamilien, Amtsschrift
10. Charakter-Schriften in Fraktur und Antiqua
Originalschnitte nach Zeichnungen erster Künstler mit dazugehörigem Schmuck, Initialen etc.
11. Monogramme/Initialen Vorsatzmuster
12. Reihen Einfassungen
13. Serien Einfassungen
14. Ziffern Fahrplanmaterial Zeichen etc.
15. Fremdsprachenschriften

Preis 1.650,00 Euro

Bitte nur ernstgemeinte Anfragen an info(at)spatium-magazin.de

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1 comment 7. September 2010 Peter Reichard

Corporate Diversity – Schweizer Grafik und Werbung für Geigy 1940–1970

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Kaum ein anderes Schweizer Unternehmen stand in den 50er und 60er Jahren für den Schweizer Grafikdesign-Stil dieser Zeit. Geigy hatte mit seiner eigenen so genannten Propagandaabteilung – heute würde man Marketingabteilung sagen – einen wichtigen Beitrag für diesen sachlichen und funktionalen Stil entwickelt.

In »Corporate Diversity« haben die Autoren die Entwicklung und die Arbeiten der unterschiedlichen Designer bei Geigy, aber auch die Designabteilungen des Unternehmens in den USA und Großbritannien mit vielen Beispielen hervorragend vorgestellt und illustriert. Gezeigt werden Anzeigenkampagen, Produktbroschüren, Werbemittel, Verpackungen bis hin zu Werbefilmen. Die Verwendung von Materialien, Prägungen und Stanzungen ist immer wieder ein Merkmal der damaligen Gestaltung für Geigy.

Eine Corporate Diversity, also unterschiedliche Erscheinungsbilder der Produkte, ergab sich aus der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Produkte selbst. Trotzdem entstand so etwas wie ein hauseigener Stil mit Gemeinsamkeiten im Design. Dies lag auch daran, dass viele junge Designer der Basler Hochschule bei Geigy ihre erste Station im Arbeitsleben fanden. Sie hatten mehr oder weniger die gleiche Ausbildung, die geprägt war u.a. durch die Ansätze von Armin Hofmann.

Wer etwas von Designgeschichte und Schweizer Grafik erfahren will, für den ist dieses Buch ein Muss. Es zeigt nicht nur viele Designs, sondern die Artikel verschiedener Autoren geben einen Einblick in die Zeit, in die Arbeitsweisen und die Auswirkungen dieser Zeitspanne.

Weitere Abbildungen des Buches sowie eine englischsprachige Besprechung gibt es bei grain edit.

Corporate Diversity – Schweizer Grafik und Werbung für Geigy 1940–1970
Verlag Lars Müller Publishers
ISBN 9783037781616
Preis 39,90 Euro
Seiten 208

Add comment 30. Juli 2010 Peter Reichard

»Fixierte Gedanken – Eine Kurzgeschichte der Schrift, des Alphabets und der Zahlen und Ziffern«

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Der Titel »Fixierte Gedanken« sagt zunächst nicht viel über den Inhalt aus, erst der Untertitel »Eine Kurzgeschichte der Schrift, des Alphabets und der Zahlen und Ziffern« bringt Licht ins Dunkel.

Veruschka Götz hat ihre Gedanken und viele Fakten in diesem kleinen, handlichen Büchlein zusammengepackt und teilt dem Leser zu den im Untertitel aufgeführten Themen in Form von drei Artikeln viel Wissenswertes mit.

Irritierend ist jedoch, dass die Abhandlung der Schriftentwicklung sehr sprunghaft von den venezianischen Renaissance-Schriften direkt zur Schwabacher und zur Fraktur übergeht und mit dem Verbot der angeblichen »Schwabacher Judenlettern« durch die Nazis 1941 endet. Kein Wort zu den großen französischen Antiqua-Schriften von Garamond. Nichts zu den Übergangsantiquas von Caslon und Baskerville, ebenso wenig zu den klassiztischen Antiqua-Schriften von Didot, Walbaum oder Bodoni. Und auch die Entwicklung der Egyptienne- und Grotesk-Schriften wird völlig ausgeblendet. Somit müsste dieser Artikel genau genommen heißen »Die Entwicklung des Alphabets: Eine lange Geschichte, verkürzt (statt kurz) erzählt«. Sicherlich haben sich die Grundformen der Schriften seit der Zeit Jensons, Manutius’ und Griffos nicht wesentlich geändert, aber die Ausformungen der späteren Epochen und vor allem den Wegfall der Serifen zu unterschlagen, passt nicht zum Anspruch, über die Entwicklung des Alphabets zu schreiben.

Ist man sich dieser Verkürzung bewusst, so ist »Fixierte Gedanken« eine gelungene Einführung in die Schrift-, Buchstaben- und Zifferngeschichte.

Eine weitere Besprechung gibt es auch bei MyFonts.de

Add comment 29. Juli 2010 Peter Reichard

Das geheime Leben der Bücher (vor dem Erscheinen)

 

Ein Kinderbuch aus dem Verlag Hermann Schmidt erklärt, wie ein Buch entsteht: von der Idee über Illustration, Satz und Herstellung bis zu Druck, Weiterverarbeitung und Distribution.

Die einzelnen Schritte werden durch repräsentative Personen (Die Autorin, Der Typograf etc.) vorgestellt und mit vielen Beispielen erläutert, wodurch die komplexe Thematik anschaulich und leicht verständlich wird.

Kindern wird der Vierfarbdruck erklärt, sie können verschiedene Papiere direkt im Buch erleben, lernen verschiedene Layoutraster, Schriftarten und Sprachstile kennen.

Dabei ist der Inhalt nicht oberflächlich, sondern sehr detailliert und wunderbar aufbereitet, so dass das Buch nicht nur für Kinder geeignet ist, sondern auch als Grundlagenbuch eingesetzt werden kann.

Besonderen Spaß macht – ebenfalls nicht nur Kindern – der Thermolack auf dem Einband sowie der aufgeschnittene Buchdeckel, der einen Einblick auf die gehefteten Bögen gibt.

Dieses Buch gehört in jeden Schulunterricht!

Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz
Preis: 29,80 Euro
ISBN: ISBN 978-3-87439-764-3

2 comments 19. Juli 2010 Tanja Huckenbeck

TypoJournal Nr. 2: Wayfinding und Lesbarkeit

Die Orientierung an unbekannten Orten funktioniert in aller Regel über Schilder. Doch wie müssen sie aussehen, damit sie wirklich weiterhelfen und die Verwirrung nicht vergrößern?

Mit Leitsystemen (oder Wayfinding) und Lesbarkeit beschäftigt sich das TypoJournal von typografie.info in seiner 2. Ausgabe. Auf 96 Seiten im Format A4 geht es um die Definition von Lesbarkeit im Allgemeinen, eine Zusammenstellung von Beschilderungssystemen in Berlin, das Projekt »Legible London«, Schriftarten auf europäischen Verkehrsschildern, aber auch allgemeine typografische Themen wie die Entwicklung von optischen Größen, die Vorstellung der Schriften Wayfinding Sans und Malabar oder eine Untersuchung über die Bedeutung von Wortbildern.

Inhaltlich ist es also ein großes Themenspektum, das im TypoJournal zum Schwerpunkt Leitsysteme abgedeckt wird. Das Layout ist sehr aufgeräumt und übersichtlich und wird durch viele Grafiken und oft eindrucksvolle Fotos unterstützt. Alle Artikel sind online diskutierbar, der Link ist jeweils angegeben.

Was mich irritiert hat ist, dass einige Artikel im Gegensatz zu anderen nicht namentlich gekennzeichnet sind und so unklar bleibt, wer der Autor ist. Der Artikel zum Leit- und Orientierungssystem der Messe Stuttgart liest sich wie eine nicht weiter durch die Redaktion bearbeitete und ebenfalls nicht namentlich gekennzeichnete Pressemitteilung, was ich eher problematisch finde.
Die Wayfinding Sans ist ein interessanter Ansatz für eine neue Verkehrsschilder-Schrift – allerdings macht es in diesem Zusammenhang wenig Sinn, sie zum Teil mit der Helvetica zu vergleichen, da wäre ein durchgehender Vergleich mit der DIN hilfreicher gewesen.

Von diese Punkten abgesehen ist das TypoJournal ein interessantes Magazin zu typografischen Themen, und die derzeitige Ausgabe macht Lust auf die nächste.

Das TypoJournal ist hier für 8,50 Euro + Versandkosten erhältlich.

2 comments 11. Juli 2010 Tanja Huckenbeck

»Typo-Quiz« aus dem Verlag Hermann Schmidt

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Die 5. überarbeitete Neuauflage des »TypoQuiz Basiswissen Grafikdesign« von Susanne Lechner richtet sich primär an Auszubildende und Studenten des betreffenden Fachbereichs, sekundär an alle, die Interesse an Schrift und Gestaltung haben. Das »TypoQuiz« verbindet die Elemente eines Kartenspiels mit denen eines Sachbuches. Durch die Besonderheit der Publikation, wird Ein- und Umsteigern der Zugang auch zu komplexeren Themenbereichen und Fachbegriffen erleichtert.

Auf 91 Spielkarten werden, durch farbige Gliederungen unterteilt, diverse Themengebiete wie Schriftentwicklung, Klassifikation oder Raster nach Multiple Choice Verfahren abgefragt.
Die Fragen variieren in ihrer Komplexität und werden zudem durch kleine, aber gut zu erkennende Grafiken unterstützt.
Auf der Rückseite einer jeden Karte findet sich die Auflösung und ein kurzer Begleittext, oder eine weiterführende Erklärung. 15 Bonuskarten und 3 Joker verstärken den Charakter eines Unterhaltungsspiels.

Zwar bietet die Möglichkeit des Multiple Choice auch Ungeübten einen Zugang zur gegebenen Thematik, die Auswahl der Antworten ist jedoch zum Teil so simpel gehalten, dass kaum eine Herausforderung besteht. Hierdurch wird der Spaß am Spiel und somit auf Dauer auch der didaktische Mehrwert geschmälert.
Hinzu kommt das Grundproblem des Konzepts aller Kartenquitz, dass man nach spätestens 2–3 Spieldurchgängen alle Fragen und die entsprechende Antwort kennt. So verliert das Spiel leider schnell an Nutzwert.

Typoquiz – Basiswissen Grafikdesign
Autor Susanne Lechner
Verlag Verlag Hermann Schmidt Mainz
EAN 4260172810012
Preis 16,80 Euro

Add comment 20. Mai 2010 Peter Reichard

Slanted #10 – Heavy Metal. Lovers

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Die zehnte Ausgabe des Slanted Magazins ist erschienen. »Slanted #10 – Heavy Metal. Lovers.« widmet sich Frakturschriften und harter Musik. Mit Freude präsentieren wir die Arbeiten von Invisible Creature (Seattle), historische Schrift-Schätze aus den Archiven von Linotype (Bad Homburg) und dem Klingspor Museum (Offenbach), die Fotoreportage »True Norwegian Black Metal« von Peter Beste (New York) etc. … Zu lesen gibt es Interviews mit Alejandro Paul, Bernard Stein, Alex Trochut und Christophe Szpajdel sowie einen Type Essay von Horst Wöhrle. Daneben stellen wir zahlreiche (Fraktur-)Arbeiten von Professionellen und Studierenden vor (u.a. Jeremy Hall, schmitz & wiesner, s=eee).

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Die Rubriken »Fontlabels, Fonts & Families«, »Fontnames Illustrated« und »Typolyrics« stellen zeitgenössische Fraktur-Schriften und Designer aus aller Welt vor (z.B. Aeronaut/Georg Herold-Wildfellner, SAR-Lupe/David Millhouse, Adso/Bruno Bernard).

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Hubert Jocham gestaltete exklusiv für diese Ausgabe die Headlineschrift NeoThorn S10 in zwei Schnitten sowie die Copyschrift NeoText S10, welche in Kürze beim Schriftenlabel Volcano Type erhältlich sein werden. Bereits jetzt steht NeoThorn S10 für die Leser des Magazins als Beta-Version auf Anfrage kostenlos zur Verfügung.
Mit dieser Ausgabe vervollständigt sich unsere 4-teilige Posterserie und bildet nun zusammengesetzt den
4-Wort-Satz »Porn 4 Type Lovers« der ein auf uns gemünztes Kompliment (Slanted sei Pornografie für Typografen) von www.fontblog.de wiedergibt.

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Wer die Ausgabe über Paypal kauft, erhält ab sofort einen kostenlosen Portfolio-Zugang auf www.slanted.de, um eigene (typo-)grafische Arbeiten oder einen neuen Font zu präsentieren.

2 comments 17. Mai 2010 Peter Reichard

Buchbesprechung »Typografie – 100 Prinzipien für die Arbeit mit Schrift«

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»Typografie – 100 Prinzipien für die Arbeit mit Schrift« kommt als vermeintliches Lehrbuch daher, ist in Wirklichkeit aber ein kommentierter »Bildband« der teils ausgezeichnetes, typografisch geprägtes Design zeigt. Auf je einer Doppelseite wird ein »Prinzip« vorgestellt, meist mit 10–20 Zeilen Text von der Autorin kommentiert und mit verschiedenen Designprojekten illustriert. Das gesamte Buch ist in vier Großkapitel unterteilt: Das Zeichen, Das Wort, Der Absatz, Die Seite.

Diese Sammlung jedoch »Prinzipien« zu nennen ist irreführend bzw. übertrieben, da
die Autorin häufig zu dem Ergebnis kommt – was ja auch korrekt ist – dass es mehrere richtige Möglichkeiten gibt, die auf den ersten Blick sogar gegensätzlich sind, aber in bestimmten Zusammenhängen kann auch mal das eine, mal das andere Extrem richtig sein. Die Beispiele sind daher viel mehr um Orientierungspunkte, die zeigen wie man mit Schrift und Typografie gestalten kann.

Die Kommentare und Einleitungen bleiben dabei entweder bei Allgemeinheiten stecken oder beschreibe das, was man ohnehin sieht, jedoch ohne weitergehende Bewertung. Trotzdem ist das Buch für die Inspiration, dank des guten Bildmaterials, lohnenswert, aber dabei auch geprägt von einer US-amerikanischen Ästhetik.

Autor Ina Saltz
Verlag Stiebner Verlag GmbH
ISBN 9783830713760
Preis 39,90 Euro
Seiten 208

Add comment 30. April 2010 Peter Reichard

»Visuelle Kommunikation«

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Visuelle Kommunikation – 12 Ideen ist kein Lehrbuch, sondern einen Werkschau des Büro Waidmann/Post aus Braunschweig. Insgesamt werden 12 Projekte – Broschüren, Logos, Ausstellungsdesign, Plakate, etc. – vorgestellt und an Hand derer wurde versucht Gestaltungsgrundlagen zu vermitteln.

Im Grund sind es die ausformulierten Konzepte der Projekte. Alles solides Gestaltung, aber der Versuch es als Fachbuch zu »verkaufen« ist nicht sehr überzeugend. Es bleibt eine Art 108-seitige Werkschau und dafür 42 Euro auszugeben halte ich für nicht angebracht. Dafür sind die fachlichen Ausführungen zu knapp.

Die Erläuterungen zu den jeweiligen Projekten sind dann auch in den verwendeten Schriften gesetzt, leider nicht angepasst an die Schriften, sondern immer mit gleichen Zeilenabstand und Schriftgrößen. Was aber stellenweise zu einer unpassenden und nicht gut lesbaren Typografie führt.

Autoren Mechthild Waidmann, Stefan Waidmann
Verlag Niggli Verlag
ISBN 9783721207132
Preis 42,00 Euro
Format 21,5 x 14,5 cm

2 comments 29. März 2010 Peter Reichard

Neuer Schriftenfächer aus der Schweiz

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»Der Schriftenfächer – eine Entdeckungsreise« von Samuel Marty und Richard Frick wurde für die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und die Berufsschule für Gestaltung (BfGZ) entwickelt. Über die rund 180 Schriften, die der Fächer vorstellt, heißt es im Editorial:
»Im Fächer werden exemplarisch Schriften gezeigt, die im Kontext der neuen OpenType-Schriftenbibliothek der ZHdK und BfGZ erworben wurden und für unsere Studierenden zugänglich sind. Somit erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern vielmehr wollen wir die Studierenden für das Thema ›Schrift‹ sensibilisieren.«

Schwerpunkt sind dadurch die Schriften aus der Kollektion von Linotype/Monotype sowie URW++. Schriften von Emigre, Typotheque, Fontshop, Dutch Type Library etc. sind eher selten. Mit der »Akkurat« von Lineto und der »Newut« von André Baldiger sind zwei neuere Schweizer Schriften mit dabei.

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Zu jeder Schrift gibt es eine beidseitig bedruckte Karte im Format 21 x 6 cm. Auf der Vorderseite findet man neben Informationen zum Designer, Anzahl der Schriftschnitte, Schriftenanbieter, Jahr der Entstehung und Einordnung in die Schriftklassifikation auch das Alphabet von Klein- und Großbuchstaben (ohne ß), Ziffern sowie einige Sonderzeichen. Anhand ausgewählter und charakteristischer Buchstaben werden Details sowie die Proportionsverhältnisse von Oberlänge, Versalhöhe, x-Höhe und Unterlänge aufgezeigt.
Auf der Rückseite befindet sich jedoch nicht einfacher Blindtext, sondern man sieht die Schrift in Anwendung als Typografie- und Printmedien-Glossar. Jeweils ein bis zwei Begriffe des Glossars werden in einem Schriftschnitt gezeigt. Andere Schriftschnitte werden kurz in Form der Bezeichnung des Schriftschnittes wie »regular«, »bold« etc. aufgeführt. (Unter den erläuternden Begriffen befinden sich auch ein paar Schweiztypische Fachbegriffe Offsetkorrektur, Maquette, Rektoseiten.)

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Aber es ist nicht nur ein reiner Schriftenfächer, sondern er enthält auf rund 50 Seiten Erläuterungen, die zum Verständnis von Schrift und Typografie beitragen: u.a. zu Geviert, Mikrotypografie, OpenType-Schriften, Schriftsippen, Monospaced, Schriftmischung, Schriftklassifikation nach DIN 16518, Strichstärke und weiteren.
Leider wird der Ansatz der beiden Autoren zur Schriftklassifikation nicht ausführlich aufgeführt und erläutert.
Darum ist er hier als Diskussionsbasis dokumentiert:

1. Vor Gutenberg
1.1 Römisch
1.2 Frühchristlich
1.3 Frühromanik
1.4 Gotik

2. Gotisierend
2.1 Gotik
2.2 Renaissance

3. Antiqua
3.1 Renaissance
3.2 Barock
3.3 Klassizistisch

4. Serifenbetont
4.1 Egyptienne
4.2 Clarendon
4.3 Italienne
4.4 Varianten

5. Serifenlos
5.1 Ursprüngliche Grotesk
5.2 Geometrische Grotesk
5.3 Serifenlose Antiqua

6. Schriftsippe
6.1 zweigliedrig
6.2 dreigliedrig
6.3 viergliedrig

7. Dicktengleich

7.1 Serifen
7.2 Serifenlos

8. Handschriftlich
8.1 Spitzfeder
8.2 Breitfeder
8.3 Pinsel
8.4 Redisfeder
8.5 Filzschreiber

9. Dekorativ
9.1 Zierschrift/Dekorativ
9.2 Schablone/Stempel
9.3 Geometrisch
9.4 Raster/Punkt
9.5 Amorph
9.6 Varianten

10. Bildschirm
10.1 Pixel

11. Symbole
11.1 Sonderzeichen
11.2 Piktogramme

Wenn es auch kein zentraler Punkt ist, so ist teilweise zu beachten, dass sich bei den angeführten Schriftenquellen zumindest einige Fehler bzw. Irritationen eingeschlichen haben. So wird die »Linotype Syntax Serif« Elsner und Flake zugeordnet, »Syntax« wird URW zugeordnet (wo es sie zwar auch zu bestellen gibt, aber der Ursprung ist Linotype) und die »Linotype Syntax Letter« wird der Online-Vertriebsplattform myfonts.com zugeschrieben. Letztendlich sind alle drei bei Linotype erhältlich.

2 comments 19. März 2010 Peter Reichard

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