Beiträge unter »Typo-Magazine und Bücher«

»Grafikdesign von der Wiener Moderne bis heute«

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Grafikdesign aus Österreich ist im Gegensatz zu unseren Schweizer Nachbarn hier kaum beachtet. Dabei findet man die Wiener Secession als eine Stilrichtung des Jugendstils in jedem guten Fachbuch und Stefan Sagmeister, einen der bekanntesten Designer, stammt aus unserem Nachbarland.

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Dass dies aber keine Ausnahmen sind, sondern nur die bekanntesten Vertreter österreichischen Design zeigt eine Ausstellung und das dazu veröffentlichte Buch »Grafikdesign von der Wiener Moderne bis heute«. Basis ist die Sammlung von Design im Museum für angewandte Kunst in Wien. Ein großartiges Buch über die geschichtliche Entwicklung des Design am Beispiel Österreichs, nicht ein Lehrbuch, aber mit vielen Informationen für den Mediengestalter, der über den Tellerrand schauen will, um daraus zu lernen.

Autoren Kern, Anita; Reinhold, Bernadette; Werkner, Patrick (Hrsg.)
Verlag Springer Verlag – Edition Angewandte
ISBN 9783211991459
Preis
39,90

3 comments 10. Dezember 2009 Peter Reichard

Enzyklopädie der experimentellen Druckveredelung – EXTRA

extraDruckveredelung ist einerseits ein beliebtes Element in der Gestaltung, andererseits ist gerade bei Grafikern/Mediengestaltern meist nur ein rudimentäres Wissen vorhanden. Mann kennt zwar das ein oder andere Verfahren, aber offen bleibt, was möglich ist und vor allem, wie man sinnvoll die jeweiligen Veredelungen einsetzt. Für die beiden Autoren von »Extra« war der Anstoß dieses Buch zu schreiben, dass die auf dem Markt vorhandenen Informationsmöglichkeiten entweder zu technisch oder die Anwendungsbeispiele ästhetisch häufig nicht ansprechend sind. »Extra« besteht dementsprechend aus zwei Teilen: einem fachlich-theoretischen Teil, der das entsprechende Wissen vermittelt, und einem Teil mit Anwendungsbeispielen. Die Autoren haben für den Informationspart des Buches mit Fachleuten der Branche zusammengearbeitet, so dass eine verständliche und fundierte Zusammenstellung entstanden ist.

Es werden Veredelungen in den fünf Kategorien Drucken & Lackieren, Kaschieren, Prägen, Stanzen und Schnittveredelungen vorgestellt. Diese werden durch Interviews und weiterführende Texte wie zum Beispiel »Wie man eine Veredelung plant«,»Die Geschichte der Veredelungstechniken« oder »Veredelung und Umwelt« sowie ein Glossar und ein Adressverzeichnis von Veredelungsspezialisten ergänzt.
Die Anwendungsbeispiele wurden von Gestaltern und Designbüros wie etwa Karlssonwilker Inc., Mario Lombardo, Annik Troxler, Pixelgarten, LUST, Fons Hickmann m23 oder Hort gestaltet. Hier jedoch fand ich nicht alle Beispiel wirklich überzeugend, einige machen den Eindruck von improvisierten Schnellschüssen, die nicht das gesamte Potenzial der Veredelung aufzeigen.

Das Entscheidend ist jedoch für mich der erste Teil des Buches, der sehr gut die Grundlagen vermittelt und somit dieses Buch zum Must-have für jede Agentur oder jeden Gestalter macht, der mit Druckveredelung zu tun hat oder dieses Themenfeld kennen lernen möchte. Unter dem Facebook-Account von Hort gibt es dazu noch dieses kleine Video.

Verlag Birkhäuser-Verlag AG
ISBN-13 978-3034600828
Preis 79,90 Euro

3 comments 30. November 2009 Peter Reichard

ESCEHAERIEFTE. Magazin für alphabete Kultur

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ESCEHAERIEFTE steht für Schrift – wenn man das Wort buchstabiert: ES CE HA ER I EF TE. Entstanden ist das Magazin im Rahmen eines Workshops der typografischen gesellschaft münchen unter der Leitung des Grafikers Horst Moser. Herausgekommen ist ein unterhaltsame Sammlung von Artikel rund um die alphabete Kultur.

Die Artikel behandeln nicht nur klassische Typografen-Themen, sondern auch Schrift in der alltäglichen Kultur. So werden etwa die Künstler Robert Menasse mit seinen Schriftskulpturen und R. Luke DuBois mit seinen typografisch-politischen Analysen der Antrittsreden der US-amerikansichen Präsidenten vorgestellt. Aber auch Themen wie »Ist GOtt ein guter Typograf?« oder Analphabetismus in Deutschland werden aufgeworfen. »Bye-bye Babylon« berichtet von den neusten Forschungsergebnissen über Entstehung und Ursprung der Schrift, während einige Seiten weiter arabische Street-Art und Nicht-lateinische Schriftsysteme präsentiert werden. Bunte und nie eintönige Artikel von den Workshop-Teilnehmer teilweise selbst geschrieben.
Auch kleine typografische Finessen machen den Blick auf die Details – im wahrsten Sinne des Wortes – lesenswert, denn die Spaltenlinien sind keine Linien, sondern sehr kleiner – aber noch lesbarer – Text in dem die Workshop-Teilnehmer von ihren Erfahrungen bei der Erstellung des Magazins berichten.
Tolles Konzept für ein Magazin, dass sich wohltuend von den üblichen Ansätzen abhebt. Das Magazin verwendet neben der Fabiol die Super Grotesk – der »Futura der DDR«.

Add comment 27. November 2009 Peter Reichard

Aller guten Dinge sind … FORMAT #3

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Ich hab die dritte Ausgabe des Format Magazin der HfG Schwäbisch Gmünd schon seit dem Forum Typografie in Weimar als Dominic sie mir morgens beim Frühstück im Hostel gab. Leider bin ich lange nicht dazu gekommen das Heft in Ruhe anzuschauen oder gar vorzustellen. Aber nicht nur aller guten Dinge sind drei, sondern gut Ding will Weile haben.

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Die FORMAT Nummer Drei nimmt sich die Welt der Dinge vor: Industriedesigner Karl Dittert läd zu Tisch, Prof. Dr. Hartmut Esslinger erzählt von seiner Studienzeit. Kreative Entwürfe für einen HfG-Neubau und ein Aufruf für mehr selbstbewusste Gestalter; haptische Navigation, ein Fahrrad aus Pappe und interessante Studentenprojekte des letzten Semesters. And by the way: This issue comes with an english translation of all articles.

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Das Design ist schon sehr unterkühlt und die Artikel konzentrieren sich klar auf die HfG und dort entstandende Arbeiten. Das ist stellenweise auch ganz interessant zu Lesen, aber für eine größere Zielgruppe ausserhalb der HfG vielleicht auf Dauer doch nicht so spannend.

2 comments 27. November 2009 Peter Reichard

Adrian Frutiger: Schriften. Das Gesamtwerk

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Etwas für den Weihnachtswunschzettel: Wer sich schon immer mal umfassend über Adrian Frutiger und sein Lebenswerk informieren wollte, hat mit diesem Buch auf 452 Seiten im Format A4+ ausreichend Möglichkeit dazu.

Nach einem kurzen Überblick über die beruflichen Lehrjahre Adrian Frutigers kommt der Hauptteil des Buches, bestehend aus äußerst detaillierten Informationen zu den vielen Schriften und ca. 100 Logos, die er in seinem Leben geschaffen hat.
Hintergrund, Formgebung, Skizzen, Ausführung – das alles wird mit vielen Abbildungen erläutert. Auch Entwürfe und nicht veröffentlichte Schriften werden vorgestellt.
Zudem finden sich Informationen zum technischen Hintergrund der Schriftherstellung und viel Lehrreiches über Schrift allgemein in diesem Buch wieder, so dass es nicht nur ein Gesamtwerk darstellt, sondern gleichzeitig auch ein umfangreiches Buch zu Typografie allgemein ist.
Wer sich für Typografie interessiert, ist mit diesem wunderbaren Buch über den vielleicht wichtigsten Schriftgestalter des 20. Jahrhunderts bestimmt glücklich.

Verlag: Birkhäuser
ISBN: 9783764385767
Preis: 99,90 Euro
Format: 25 x 31,5 cm

1 comment 25. November 2009 Tanja Huckenbeck

PACIFICOkalender 2010 – (fast) Nichts

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Auch für 2010 hat Etienne Giradet einen neuen Kalender veröffentlicht. Auf 32 farbigen Vorspann-Seiten versammelt der Kalender Fotos und Sammelstücke aus unserer Alltagswelt - wie er sie zuhause und auf Reisen gefunden hat:

Niente. Nada. Rien. Niets. Der Raum, die Leere, die unendliche Spannung zwischen dem Wenigen und dem Unendlichen – das lockt meine Bilder an. (Fast) Nichts – aus dem Blickwinkel des Grafikers und Typografen. Auf Doppelseiten jeweils zu anregenden, spannungsreichen Aussagen arrangiert. Im Innenteil finden sich wie immer unsere typografielastigen Duplexbilder aus der ganzen Welt und historische Denkanstöße an den Wochentagen. Anregung für anhaltendes Fernweh und Aufforderung zum Losfahren. Auch zum Schwärmen zu Hause gut geeignet: Ansichten, typografische Genußstücke.

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Im Kalendarium erinnern historische Anmerkungen an die nennenswerten Ereignisse unserer Weltgeschichte, bringen zum Nachdenken und zum Schmunzeln – und fördern Dein Allgemeinwissen. Ausserdem inspiriert jede Woche ein anderes Foto zum beschwingten Gang durch das Leben. Kalendarium mit einer Woche auf einer Doppelseite. Feiertage. Deutsche Ferientermine. Monde. Zyklenkalender (28 Tage). Adressregister und Notizseiten. Außerdem zahlreiche historische Daten mit kurzen Erläuterungen.

Der Kalender wurde unter möglichst umweltschonenden Möglichkeiten produziert:

  • größten Teil Papier aus 100% Recyclingfasern
  • das im Farbteil verwendete Papier besteht aus 60% Recyclingfasern, 40% aus FSC-zertifizierten Fasern
  • der Kalender ist fadengeheftet und spart so den PUR-Leim
  • die verwendete Druckfarbe enthält keine Erdölanteile
  • lokale Produktion ohne überflüssige Transporte
  • die CO2-Auswirkungen der Produktion wurden neutralisiert

2 comments 23. November 2009 Peter Reichard

»Wie man’s liest« von Gerard Unger

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Nun liegt die deutsche Übersetzung des 1997 erstmals erschienen und 2006 überarbeiteten und aktualisierten Buches des niederländischen Typedesigners, Gerard Unger vor.Es nicht im eigentlichen Sinn ein Lehrbuch, sondern eher eine Artikelsammlung zu verschiedenen Aspekten der Lesbarkeit, zu Lesegewohnheiten und die daraus entstehenden Anforderungen für die Schriftgestaltung.

Eine Stärke ist sicherlich die Zusammenfassung der bisherigen Analysen und Thesen anderer Autoren, so dass jedoch für den Leser, der sich bereits intensiv mit der Thematik beschäftigt hat, nicht so sehr neue Aspekte im Vordergrund stehen.Unger setzt beim Leser, durch diverse Andeutungen und Bezugnahmen, einiges an Vorwissen voraus, so dass das Buch auch nicht unbedingt geeignet ist als Einstiegslektüre. Innerhalb der Artikel bzw. Kapitel sind immer wieder thematische Sprünge drin, die es nicht unbedingt vereinfachen den Argumentation leicht zu folgen.

»Wie man’s liest« gilt nicht zu unrecht als Standardwerk zu Lesbarkeit und Leserlichkeit, aber trotz des Versuchs durch seine anekdotischen Schreibweise einen vergnüglichen und zugleich fundierten Einblick in die Arbeit und die Möglichkeiten von Typografen, Schriftentwerfern und Grafikdesignern zu schaffen, is es nicht immer so fesselnd beschrieben wie das Thema Lesbarkeit eigentlich ist.

Autor Gerard Unger
Verlag
Niggli
ISBN
978-3-7212-0673-9
Preis
30 Euro

Add comment 29. September 2009 Peter Reichard

»Bleiwüste« – Nein Danke.

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Bücher über Typografie kann es, wenn es nach mir ginge, nicht genug geben. Die Typografie hat so viele Facetten, dass es einem kaum langweilig wird. Daher habe ich mich zunächst gefreut, dass der Niggli-Verlag ein neues Buch über Typogarfie veröffentlichte, zumal ich den Verlag für die Qualität seiner Veröffentlichungen schätze.

Leider hat mich Pascal Schönings Buch »Bleiwüste« mehr als enttäuscht. Das Buch ist zunächst – zum Glück – gar keine Bleiwüste. Also warum dann dieser Titel?

Nach einer Einleitung durch Horst Moser bekommt der Leser drei Teile präsentiert. Im ersten Teil werden 50 bedeutende Satzschriten erklärt und mit Beispielen aus der Alltagstypografie – so die Beschreibung des Autors – präsentiert. Der zweite Teil erläutert 50 Begriffe aus der Bleisatzzeit, und im letzten Teil werden 50 Tricks für den Typo-Alltag vorgestellt.

Papierverschwendung
Diese 50 Tricks sind hauptsächlich Shortcuts für typografische Satz-, Sonder- und Währungszeichen, sowie Angaben zu DIN-Formaten und Korrekturzeichen. Seltsam mutet es an, wenn der Autor vorschlägt, Schriften über Suchen und Ersetzen auszutauschen:
»Suche nach: Arial/Helvetica/Chicago/Verdana/Times … – Ersetze durch: PostScript-Schriften« Als ob Helvetica keine PS-Schrift sein könne … und eigentlich sehr umständlich, ebenso wie der Vorschlag »ch« durch eine »ch-Ligatur« über Suchen und Ersetzen auszutauschen.

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Und warum nun gerade 50 Seiten lang Bleisatzbegriffe, meist wenig ansprechend mit Fotografien oder Grafiken illustriert, unbedingt in ein Typobuch gehören, ist mir nicht begreiflich. Schließlich macht dies ein Drittel des Buches aus. Und wenn ich als »Illustration« des Wortes »Blindband« ein Foto eines Textes in Braille-Schrift sehe, frage ich mich, ob hier einfach Platz gefüllt wurde ohne groß nachzudenken. Warum kein Foto eines Blindbandes? Oder soll das witzig sein?

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Um auf genügend Begriffe aus der Bleisatzzeit zu kommen wurden viel »Aufwand« betrieben. So findet man hier u.a. Begriffe wie »Blitzer« und wieder stellt sich mir die Frage, was das mit Bleisatz zu tun hat – kommt das im Offsetdruck nicht mehr vor, oder was soll uns das sagen?

Alles in allem: Papierverschwendung.

Unwissenheit, Oberflächlichkeit, …
Meine Hoffnung lag zum Schluß auf dem ersten Teil des Buches. Doch auch das enttäuschte bei genauerem Hinsehen. 50 Satzschriften wurden hier ausgewählt, und bis auf die ITC Bauhaus hat der Autor eine gute Wahl getroffen. Die Beispiel der Alltagstypografie sind aber größtenteils misslungen ausgewählt, unscharf fotografiert und vielfach zeigen sie andere Schriften wie angegeben. Zudem was soll der Leser mit Abbildungen aus Zeitungen der 30er Jahre anfangen?

Die Erläuterungen der Schriften strotzen zudem von Fehlern und Ungenauigkeitenn, dass man sich fragt, ob es Unkonzentriertheit, Unwissenheit oder Unfähigkeit war, als der Autor diese Schriftportraits schrieb.

Hier einige Beispiele des typografischen »Know-hows« des Autors:
Über Wiliam Martin, Entwerfer der Bulmer, wird geschrieben, dass er bei Baskerville in die Lehre gegangen sei. Martin wurde 1765 geboren, Baskerville starb 1755. Sind Zeitreisen doch möglich?

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Underware wird zu einem dänischen Designbüro, und der Autor scheint versucht zu haben, englischsprachige Texte zu übersetzen ohne sie richtig zu verstehen:
»Dieser Font wurde auf dem Zeichenbrett entwickelt und enthält viele schöne Details, die erst auf größeren Displays sichtbar werden.«

Halbwissen und aufgeschnappte Brocken werden zu einem kaum verständlichen und wenig aussagekräftigen Abschnitt über die Schrift »Bauhaus« verwurschtet:
»Die runden, extrem konstruierten Buchstaben sind – typisch Bauhaus – eher kopflastig geformt. (…) Herbert Bayer war der erste, der bewusst auf Versalien in Zeichensätzen verzichtete, gemäß der Bauhaus-Philosophie ›weniger ist mehr‹. Goebbels empfand einen seiner Entwürfe als zu modern und unterband dessen Veröffentlichung.«

Oder noch ein Beispiel zum Schluss:
»Da sie (die Minion) auf dem Rechner gestaltet wurde, eignet sie sich natürlich hervorragend für den Einsatz unter heutigen Bedingungen.« Weiß der Autor eigentlich was er da sagt?

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Man sollte nur Bücher über Themen schreiben, bei denen man sich auskennt, und ein Verlagslektorat sollte auch fachlich die Veröffentlichungen prüfen lassen.

Autor Pascal Schöning
Verlag Niggli
ISBN 978-3-7212-0704-0
Preis 30 Euro

8 comments 25. September 2009 Peter Reichard

Sexy Webdesign?

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Wenn ich mit einem Wort dieses Buch beschreiben müsste, würde ich sagen: Selbstüberschätzung. Gleich wie man »sexy«  im Zusammenhang mit Webdesign definieren will, die wenigen Websites, die in diesem Buch überhaupt präsentiert werden, sind mittelmäßiges bis gut, aber alles andere als herausragend.
Formulierungen aus dem Vorwort wie »Sexy mag zwar ein Tabuwort sein – aber es ist ein nettes Tabuwort.« bringen einen ebenso zum Lachen wie die Einführung des Autors:
»Ich will ehrlich zu Ihnen sein. Ich bin aus einem einfachen Grund Designer geworden:
Ich liebe es, Dinge zu verschönern.
So, nun ist es heraus. Sie kennen mein Geheimnis. Ich habe mich Ihnen offenbart und denke, das ist eine faire Art, ein Buch anzufangen.«

Der Autor selbst richtet sich an Laien, Profis und technische Entwickler. Ein hoher Anspruch, bei dem am Ende aber nur viel Oberflächlichkeit und lediglich kurz angeschnittene Themen übrig bleiben bzw. Inhalte, die zu weitgehend für den Neuling und größtenteils uninteressant für den Profi sind. Das Buch mit gerade mal 150 Seiten ist in sechs Hauptkapitel unterteilt, die sich mit Interfaces im allgemeinen, Recherche, Struktur, Navigation und Interaktion, Ästhetik sowie der Datenübergabe des Gesamtprojektes beschäftigen. Dabei ist das erste Kapitel eine Art Zusammenfassung der folgenden Themen, was dann wiederum zu nervenden Wiederholungen führt.

Auskunft über die Qualität der Aussagen des Autors hinsichtlich Design, Ästhetik und Typografie zeigen folgende Beispiele:
»Man kann sie (Piktogramme) dem Bereich Präsentation zuschlagen, weil sie manchmal lediglich den Text optisch aufwerten.«

»In jüngster Zeit hat sich Webtypografie ein wenig zu einem Kult entwickelt, nachdem sie in den Zeiten zuvor, als sich das Internet formierte, von den Designern weitgehend vernachlässigt wurde. Websites wie etwa I love typography stehen bei dem wiederentdeckten Interesse an dieser Kunstform an vorderster Front.«
Wird hier eine Website über Typografie mit Webtypografie verwechselt. Es scheint so. Und welchen Kult um Webtypografie meint der Autor?
Folgender Satz gibt einen guten Einblick in das typografische Know-How des Autors:
»Comic Sans, so geschmäht diese Schrift sein mag, taucht immer dann auf, wenn wir etwas Fröhliches und Zwangloses darstellen wollen.«
Und da das Kapitel »Schriftarten auswählen« noch nicht mal eine Seite ausmacht, geht es auch nicht mehr ins Detail.

Vom dpunkt Verlag bin ich in der Regel sehr gute Bücher gewohnt, dieses ist leider eine Ausnahme.

Autor Elliot Jay Stocks
Verlag dpunkt.verlag GmbH
ISBN 978389864631
Preis 33,00 Euro

1 comment 24. September 2009 Peter Reichard

»Typografie zwischen Ulm und Amsterdam« Die Dokumentation

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Die Dokumentation des »23. Forum Typografie« in Bremen 2008 ist ab Mitte September erhältlich.

Teil 1: Die gefilmten Vorträge sind auf zwei DVD’s zu sehen. Teil 2: Zum Thema »Zwischen Kopf und Bauch – Design als Denkdisziplin«. Die Redaktion hat von 16 Autorinnen und Autoren Beiträge erhalten und zu einem spannenden und unterhaltsamen 136 Seiten starken Buch verarbeitet. (Prof. Anna Berkenbusch, Prof. Johannes Bergerhausen, Catalogtree, Prof. Detlef Rahe, Dirk Lauke, Prof. Franco Clivio, Hans Gremm, Ivonne Schwemer Scheddin, Kevin Kelly, Prof. Peter von Kornatzki, Lust, Norbert Caspar, Prof. Peter Rea, Prof. Uwe Loesch, Prof. Wolfgang Jonas, Daniel Henry Bastian)

Außerdem sind erstmalig drei Texte von Otl Aicher aus den Jahren 1985 bis 1989 veröffentlicht
– »Das Denken überdenken« (1985)
– »Das große Design« (1989)
– »Geometrie des Denkens« (1985/86)

Die Publikation – bestehend aus zwei DVDs und dem Buch in einer DVD-Box – wird in Weimar während des »24. Forum Typografie« erhältlich sein und 28 € (Studenten 22 €) kosten. Das erwähnte Buch ist ebenfalls
»solo« für 15 € (Studenten 12 €) erhältlich. Teilt der Redaktion mit, ob ihr ein Exemplar haben möchtet. Von der Anzahl der Reaktionen hängt die zu druckende Auflage ab.

Vorbestellungen (abzuholen in Weimar) oder auch Direktbestellungen per Mail an info@23ft.de
Bei Postversand kommen noch die Versankosten dazu.

Add comment 20. August 2009 Peter Reichard

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