Beiträge unter »Typo-Interviews«

Veranstaltungen im Klingspor Museum Offenbach

Neben Ausstellungen finden immer wieder Veranstaltungen im Klingspor Museum in Offenbach statt, hier die aktuellen:

Freitag, 21. Mai, 19 Uhr
Schrift Kunst in Rom. Eine Vortragsreihe von Dr. Kerstin Appelshäuser-Walter. Thema: Petersplatz, Inschriften und Namen: Hinführungen ins Paradies: Santa Maria in Trastevere, S. Maria in Campitelli. Eintritt: 3 Euro, Mitglieder 2 Euro.

Sonntag, 30. Mai, 11.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung »Das Auge des Gedankens - Helfried Hagenberg«. Eintritt: 4 Euro.

Freitag, 4. Juni, 14 Uhr
Buch des Monats. Der ausgebüxte Engel oder Kunstbücher (nicht nur) für Kinder. Das perfekte Kunstbuch fördert nicht nur die Entdeckerlust, verabreicht Geschichte/n in kleinen Häppchen und lädt zum Staunen ein, sondern lässt den Betrachter ganz nah an die Kunst heran. Helga Horschig präsentiert eine Auswahl an Kunstbüchern, die die wunderbare Welt der Farben und Formen vermitteln können. Eintritt: 2,50 Euro, Mitglieder: 1,50 Euro.

Mittwoch, 9. Juni, 17 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Neuerwerbungen des Klingspor-Museums. Führungsgebühr: 1,50 Euro.

Sonntag, 13. Juni, 11.30 bis 12.30 Uhr
MachArt. Buchkunst für Familien. Marianne Vogel und/oder Stefan Soltek stellen ein ausgesuchtes Werk aus der Sammlung des Museums vor und bieten den Besuchern an, im praktischen Prozess - faltend, schreibend, zeichnend, collagierend - Aspekte des Werkes nachzuempfinden und zu vertiefen. Preis: Eintritt + 1,50 Euro.

Dienstag, 15. Juni, 19 Uhr
Aus Freude an Buch und Schrift - eine Vortragsreihe. Begegnungen mit der Sammlung des Museums. Stefan Soltek und Dorothea Held im Gespräch mit Neu-Gierigen und Alten Hasen. Diesmal: Die Sprache der Farbe. Gezeigt werden Künstlerbücher von HAP Grieshaber, El Lissitzky, Peter Malutzki, Ines von Ketelhodt und Warja Lavater.

Mittwoch, 30. Juni, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung. Überhaupt: Günther Kieser. Grafik Plakat Plastik.

Add comment 18. Mai 2010 Peter Reichard

Interview mit Stefan Sagmeister

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ArtSchoolVets hat ein zweiteiliges und gut viertelstündiges Interview mit Stefan Sagmeister geführt.
(Part 1 | Part 2)

Add comment 19. Februar 2010 Peter Reichard

3 Fragen an Oliver Linke/Lazydogs

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Im Rahmen der 11. Tage der Typografie Oliver Linke, in einem knallharten Interview Rede und Antwort gestanden:

1. Was ist deine/eure liebste Schrift und warum ist es gerade sie?
Eine wirkliche Lieblingsschrift hab ich nicht – das ändert sich von Zeit zu Zeit, und für mich ist es auch immer sehr stark von der Anwendung abhängig, ob ich die Schrift dazu gut finde. In letzter Zeit hab ich die Fabiol relativ häufig eingesetzt. Ich mag es sehr, wenn die Buchstaben nicht so glatt und »perfekt« daherkommen, sondern etwas mehr Charakter mitbringen.

2. Was macht für dich/euch Typografie aus?
Die Typografie gibt dem reinen Text seine Stimme (oder Stimmung) – oder dem nackten Wort seine Kleidung. Wie man es auch ausdrückt, Typografie ist die Möglichkeit (manchmal sogar eine Macht), neben den reinen Textinhalten auch Gefühle und Stimmungen zu transportieren. Und das ist es, was ich an meinem Beruf so liebe …)

3. Welches typografische Projekt würdest du / würdet ihr gerne realisieren?
Endlich wieder mal ’ne neue Schrift machen …
Im Ernst: In letzter Zeit hab ich mich sehr in meine Arbeit als Dozent vertieft. Es wäre mal wieder Zeit, etwas mehr zu »machen«, anstatt immer nur darüber zu reden. Pläne und Entwürfe gibt’s jede Menge …

1 comment 5. Oktober 2009 Peter Reichard

Sexy Typen in Regensburg

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Am 31. Oktober wird im Rahmen der Grafikdesignschau die Konferenz »Sexy Typen« stattfinden. Hier das Programm:

KONFERENZ // »SEXY TYPEN« // SAMSTAG // 31. OKT 09 // Einlass ab 12.30 Uhr

PETER REICHARD // typosition, offenbach // »Spicy Typefaces«
ROLF LEGER // kolle rebbe, hamburg // »Maßgeschneidert.« Die Arbeit mit BIONADE
OLAF REYS // bbdo, düsseldorf // Braun Helvetica »The strength of pure«
MARTIN & THOMAS POSCHAUKO // Au bei Bad Aibling // »Neamachina« - ein Projekt
ab ca. 20.00 Uhr :: dere:09-Abendmahl

1 comment 24. September 2009 Peter Reichard

3 Fragen an Martin Schonhoff

Im Rahmen der 11. Tage der Typografie werden wir in den nächsten Wochen mit allen Referenten kleine Interviews führen. Allen wurden die drei gleichen Fragen gestellt. Den Anfang macht Martin Schonhoff, der den Workshop »Sounds real good: Handgemachte Konzertplakate« anbietet.

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1. Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade sie?

Um ehrlich zu sein: Ich liebe die Vielfalt. Es bereitet mir unglaublichen Spaß die jeweils passenden Schrift(en) für ein aktuelles Projekt zu finden. Dabei stehen für Displayfonts wie auch für Brotschriften eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Auswahl – je nach Aufgabenstellung muß ich also für das richtige Spannungsverhältnis sorgen. Das können mal klassische, aber auch völlig schräge Kombinationen sein. Insofern würde sagen: Ich lebe in typografischer Polygamie.

2. Was macht für dich Typografie aus?
Typografie muß Textinformation so transportieren, daß die jeweils beabsichtigte Wirkung erzielt wird.

3. Welches typografische Projekt würdest du gerne realisieren?
Ich würde gerne die Alphabet City bauen lassen. Der architektonische Zeichensatz. Riesige bewohnbare Lettern und Sitzmöbel aus Minuskeln, Moment, ich telefoniere kurz mit Dubai …

1 comment 8. September 2009 Peter Reichard

3 Fragen an Paul van der Laan

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Hier nun das letzte Interview aus der Reihe mit den diejährigen Referenten auf den X. Tagen der Typografie. Paul wird einen Typedesign-Workshop anbieten, Schwerpunkt sind Pixelschriften, aber auch die grundlagen des allgemeinen Typedesigns werden nicht zu kurz kommen.

Es gibt noch einige wenige freie Pätze in drei Workshops!

***

Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade sie?
Kann man einen Musiker nach dessen Lieblingssong fragen? Oder einen Autor nach dessen Lieblingsliteratur? Diese Frage kann man unmöglich mit nur einer Schrift beantworten, daher werde ich stattdessen einige Schriften nennen, die ich aus besonderen Gründen schätze.

Die schönste Antiqua, die ich kenne, ist die Lexicon von Bram de Does. Ich kann mich noch erinnern, als ich sie das erste Mal, auf Schulcomputern installiert, entdeckte – irgendwann um 1994, ich war noch Grafikdesign-Student und Internet war für Normalsterbliche noch nicht verfügbar. Ich rannte sofort hinaus und kaufte mir eine Packung neuer Disketten, um die Schrift sofort zu kopieren!
Der Grund, weshalb sie mir so zusagt, ist ihr Liebreiz bei gleichzeitig vorhandenen maskulinen Details. Sie wirkt traditionell, jedoch nicht altmodisch. Für längere Texte, besonders in kleinen Schriftgraden, gibt es keine besser lesbare Schrift.
Untersucht man die Lexicon, so findet man so viele innovative Eigenschaften, die ihre Lesbarkeit verbessern, dass klar wird, dass diese Schrift von einem sehr erfahrenen Schriftdesigner gestaltet worden sein muss. Die Lexicon wurde oft kopiert und doch nie übertroffen und ist für mich als Schriftgestalter ein inspirierendes Beispiel.

Obwohl ich kein großer Fan des Modernismus bin, hege ich großen Respekt vor der Univers von Adrian Frutiger. Dies liegt zum großen Teil an der Tatsache, dass die Univers als erste Schrift von vornherein als eine Schriftfamilie mit verschiedenen Stärken und Schnitten konzipiert wurde. Heutzutage ist es ziemlich einfach, umfangreiche Schriftfamilien mittels Interpolierung herzustellen, damals wurden jedoch alle 27 Originalschnitte der Univers von Hand gezeichnet und trotzdem passen sie alle perfekt zueinander. Die breiten Schnitte sind etwas fetter als deren normale Entsprechungen, damit der Grauwert erhalten bleibt. Aus dem selben Grund sind auch die mageren Schnitte etwas leichter gehalten.
Abgesehen davon ist die Univers ein hervorragender Entwurf, mit sehr ausgeglichenen Proportionen und Formen, zeichnerisch extrem gut ausgeführt und für eine solch neutrale Schrift mit relativ großen Unterschieden im Kontrast zwischen dick und dünn. Es ist sehr schade, dass der Helvetica in letzter Zeit so viel Aufmerksamkeit zukam, denn die Univers – letztes Jahr ebenfalls 50 geworden – ist die bessere Schrift.

Die letzte Schrift, Susan Kares Chicago (in der original Pixel-Version) erwähne ich aus gänzlich anderen Gründen als den vorhergehenden. Die Chicago, entworfen in den frühen 80ern, ist für mich die ultimative Apple-Schrift. Ohne zu nostalgisch klingen zu wollen, doch sie erinnert mich sofort an meinen ersten Macintosh mit System 7.
Chicago ist weder elegant noch raffiniert, erledigt ihre Aufgabe jedoch sehr gut: sie funktioniert perfekt in kleinen Auflösungen im Mac-Interface und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Sie hat mein Interesse am Konzept von Interface-Schriften geweckt, ein Bereich innerhalb der Typografie, in dem ich zeitweise arbeitete.
Leider ist die Chicago nicht mehr als Interface-Schrift im OS X vorhanden, daher halte ich meinen iPod der zweiten Generation in Ehren, welcher sie noch immer verwendet.

Was macht für dich Typografie aus?
Alles hängt von der Zeit ab, die ich für einen Text aufwenden muss. Sind es mehr als 15 Minuten, kann ich sehr pingelig werden, schlechte Typografie kann mich ernsthaft verärgern und sogar abstoßen. Das gilt für das User-Interface meines Computers, die Standardschrift meiner Textverarbeitungs-Software oder Zeitungen und Magazine. Ab und an entscheide ich mich auch gegen den Kauf eines Buches, weil ich den Satz schrecklich finde. Selbst wenn ich weiß, dass die Geschichte in dem Buch großartig ist, bin ich sicher dass mir die schlechte Typografie so zusetzen würde, dass ich keine Freude mehr am Buch hätte.

Welches typografische Projekt würdet ihr gerne realisieren?
Als Student träumte ich vom Entwerfen eines Autobahn-Leitsystems für mein Land. Teils, weil ich das vorhandene System ziemlich hässlich fand, teils, weil ich die Vorstellung, meine Schrift überall sehen zu können, großartig fand. Leider bekam Gerard Unger den Auftrag bereits in den 90ern und mein Traum wurde zerstört!
Heutzutage wüsste ich kein spezielles Projekt dass mich über alle Maße reizen würde. Allgemein habe ich festgestellt, dass die Aufträge, in denen meine Schriften dreidimensional ausgeführt werden – etwa Gebäudetypografie – mir die größte Genugtuung verschaffen. Vielleicht liegt es daran, dass dies etwas ist, was (hoffentlich) eine längere Zeit überdauert, da die meisten anderen Projekte allzu schnell zu Altpapier werden können.

2 comments 29. April 2008 Peter Reichard

3 Fragen an Renate Dölzer und Angelika Götz

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Renate Dölzer und Angelika Götz arbeiten als Dozentinnen für das Museum für Arbeit und Technik in Mannheim und bieten in ihrem Workshop »Odyssee 2010« auf den Tagen der Typografie Kalendergestaltung und den Druck mit Andruckpressen, Hochdruckbuchstaben etc. an.


Was ist eure liebste Schrift und warum ist es gerade die?
Es gibt nicht die eine Schrift, dazu ist die Auswahl zu groß. Die Schrift ist für uns das Kleid für den Inhalt. Zum Wandern ziehe ich was anderes an als zu einer Beerdigung.

Was macht für euch Typografie aus?
Die Regeln kennen, sich aber nicht immer daran halten.

Welches typografische Projekt würdet ihr gerne realisieren?
Einen Auszug aus dem Kommunistischen Manifest im Handsatz setzen und auf einer entsprechend historischen Presse drucken.

Add comment 18. April 2008 Peter Reichard

3 Fragen an Indra Kupferschmid

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Indra Kupferschmid, u. a. Autorin des Buches »Buchstaben kommen selten alleine« und »Helvetica forever« bietet auf den Tagen der Typografie vom 22. bis 25. mai den Workshop »Titeleien« an. In der Ankündigung dazu heißt es: »Außer dem Inhalt besteht ein Buch noch aus anderen Teilen: Vorsätzen, schmutzabweisenden Seiten, feierlichen Haupttiteln, Verzeichnissen, Bekenntnissen und ab und an einem Familienfoto des Autors. Wir möchten für verschiedene Arten von Büchern Anfänge und Umschläge gestalten. Visualisiert mit gezeichneter, geklebter oder gesetzter Schrift, Kollage, Bildern, Illustrationen. Vielleicht machen uns Arbeiten von u.a. Helmut Salden, Berthold Wolpe oder Sandberg mal wieder Lust auf Handgemachtes.«

Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade die?
Ich formuliere das mal um:
Was ist gerade deine Schrift und warum ist sie lieb?

Eine Lieblingsschrift für alles und immer kann man, sobald man sich ein bisschen im Fach tummelt, eigentlich nicht mehr haben. Ständig kommen neue gute dazu oder entdeckt man alte Klassiker wieder, die man gerne mal benutzen würde – aber es kommt und kommt einfach keine Gelegenheit. So geht es mir seit etwa 1997 mit der Elektra von Dwiggins. Sie ist unglaublich eigenwillig, aber in kleinen Größen guckt sich das weg und man liest wunderbar. Irgendwo habe ich sie neulich als Brotschrift in einem Magazin oder so gesehen, da war ich neidisch. Ebenfalls seit ungefähr zehn Jahren spare ich auf Ruse und Collis (bin noch dabei).

Bis dahin benutze ich gerade gerne die Custodia von Fred Smeijers. Sie ist sicher die schludrigste seiner Schriften, die ich übrigens außer der Fresco alle sehr mag. Ich habe aber wohl auch noch nicht die finale Version, könnte noch das ein oder andere Unterschneidungspaar gebrauchen und die Ziffern hüpfen etwas. Allerdings macht gerade das das Schriftbild sehr interessant: wenn nicht alles perfekt und mathematisch auf einander abgestimmt ist. Eher »tote« Schriften sind in den letzten Jahren zur genüge erschienen, vor allem serifenlose. Von den Grotesk-Schriften mag ich daher auch die alte Folio z. B. sehr gerne, benutze aber selber meist Vectora.

Was macht für dich Typografie aus?
Sie macht mir das Leben leichter. Sie ordnet Texte, die ich lesen soll, so vor, dass es schneller geht, oder ich manches auch nur überfliegen kann und hoffentlich trotzdem das Wichtigste mitbekomme. Und sie sagt mir schon von außen, ob »das« überhaupt für mich gedacht ist und ich den Text lesen will/soll.
Außerdem macht sie mir das Leben schön.

Welches typografische Projekt würdet ihr gerne realisieren?
Ich wollte immer gerne ein Telefonbuch machen. Oder ein Lexikon, ein Chemiebuch, neue Straßenschilder, schönere Supermarktwerbeblättchen, Bankautomatendisplays, einen Grabstein … jedenfalls interessieren mich komplexe typografische Aufgaben. Wenn ich aber wieder einige anstrengende Projekte gemacht habe, sehne ich mich nach einem Roman ohne Abbildungen und Spaltensystem.

Add comment 11. April 2008 Peter Reichard

3 Fragen an Jan Middendorp

Jan Middendorp wird bei typohochzehn am 22. Mai den Eröffnungsvortrag »Zehn Jahre Einsamkeit – Schriftgestaltung seit 1998« halten:

Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade die?
Das ist für jede Gelegenheit unterschiedlich, so wie bei Musik und Wein. Ich mag Schriften, die so aussehen wie sich der Text anfühlt – aber besser. Das kann Quadraat sein, oder Dolly, oder Strada. Wenn es sachlicher sein soll: TheSans oder Kievit. Ich liebe eigenartige klassizistische Antiquas wie Tyfa Text und Walbaum Text von Storm oder Ruse von Gerrit Noordzij. Heute ist meine Lieblings-Textschrift die neue Marat von Ludwig Uebele. Für headlines: die schmalen, superfetten Varianten von Lucas (ob TheSans, Taz, oder Sun); Sauna Fett Kursiv; Versa Fett Kursiv; Dispatch/Stainless von Cyrus Highsmith. Oft wird die Wahl vom Projekt diktiert. Für ein Buch über Emigration nach Nord-Amerika rundum 1900 habe ich Clarendon und Rhode gebraucht, zusammen mit der neutralen Textschrift TheAntiqua, und dies funktionierte ganz gut. Soll ich aufhören?

Ein Ding noch: ich bin der Frage ein Wenig aus dem Weg gegangen, weil man Schriften nicht fetischieren soll. Nur sehr gute Designer schaffen es, Entwürfe zu gestalten, worin die Schrift alleine die Kommunikation zustande bringt. Meistens braucht man mehr, und bessere, Ideen.

Was macht für dich Typografie aus?
Lesen. Sich in den Benutzer versetzen. Auf Eitelkeit verzichten. Aber wenn angemessen auch: sich trauen laut, frech und witzig zu sein.

Welches typografische Projekt würdet ihr gerne realisieren?
Ein mehrsprachiges Buch über die Welt, heute. Politik, Umwelt, Kultur, Natur in Typografie (und Piktogramm) übersetzt.

1 comment 10. April 2008 Peter Reichard

3 Fragen an Ralf de Jong

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Im Zuge der Vorbereitung der Tage der Typografie haben wir den Referenten je drei Fragen gestellt. Ralf de Jong wird im Rahmen dieser Veranstaltung am Abend des 23. Mai einen Vortrag über Highlights der Buchgestaltung halten:

Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade die?
Die Monotype Bell. Weil sie wunderschön ist, eigenwillig und zickig. Historisch gesehen verweist sie auf ein Land, eine Zeit & eine Literatur, die ich liebe! Und, mutmaßlich, weil ich noch nie mit ihr gearbeitet habe. Ich liebe aus der Distanz und erspare mir (und ihr) die Enttäuschung!

Was macht für dich Typografie aus?
Typografie ist eine intellektuelle Aufgabe. Typografie ist abstrakt, indem die typografischen Zeichen völlig arbiträr sind. Und Typografie ist real, weil Texte, vorzugsweise literarische Texte, ganze Welten erschaffen. Diese erscheinen mir mitunter realer als die Parallelwelt, in der wir uns mit der Telekom, dem Finanzamt und anderen Menschheitsgeißeln herumschlagen.

Welches typografische Projekt würdest du gerne realisieren?
Ich würde gerne, nach dem niederländischen Schriftsteller Gerard Reve, das »Buch der Bücher machen, das alle anderen Bücher überflüssig macht, mit Ausnahme der Bibel und des Telefonbuches.« Nun, das Telefonbuch ist seit dem Internet eh erledigt. Bleibt noch die Bibel.

(Bildquelle: www.dejong-typografie.de, Vorsatzpapier des »Vornamenlexikon«) 

Add comment 9. April 2008 Peter Reichard

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