Beiträge unter »Typo-Interviews«

3 Fragen an Miriam Schwack

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Du hast vor kurzem dein Diplom zum Thema Raster- und Matrixschriften vorgestellt und dazu ein Buch mit solchen Schriften sowie Interviews mit verschiedenen Typedesignern veröffentlicht. Wie kamst du auf die Idee dich mit diesem speziellen Thema zu beschäftigen und was ist für dich der Reiz dieser konstruierten Schriften?
Die Idee kam durch ein Auslandssemester an der Hochschule der Künste in Bern (WS 05/06). Dort gab es die Möglichkeit bei André Baldinger einen Typoworkshop/-kurs mit der Thematik »Matrixschriften« zu belegen. Dieser Workshop ist dort generell für die Studenten, die sich im 2. Studienjahr befinden, Pflicht. Durch die Basis einer Matrix lässt sich lehrreich und schnell ein gleichmäßiges Schriftbild erzeugen. Aber bis man zu einer anspruchsvollen Matrix gelangte, war im Voraus viel aufwendige Recherche nötig. Ich stellte damals fest, dass »Matrixschriften« nicht nur die bekannten technischen Displayschriften sein müssen und das Feld doch größer ist, als man glaubt. Hinzu kam das Erfolgserlebnis meine erste eigene Schrift (Mirix) gestaltet zu haben und diese auch noch benutzen zu können. Dies gab mir die Motivation und den Reiz mich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. Somit war mein Diplomthema geboren. Das Ergebnis ist das Buch »Vom Raster zur Matrix – Ein Einstieg in die Schriftgestaltung«. Dieses Buch versteht sich als ein einfacher Zugang in die Welt des Schriftdesigns. Aufgrund der Fülle und der rasanten Entwicklung technischer Möglichkeiten ist das allgemeine Interesse an Schriftgestaltung unter den Kreativen sehr hoch. Durch die Positionierung für Einsteiger wird nun jedem die Thematik des Schriftdesigns mit vielen verschiedenen Beispielen und einem Workshop theoretisch und technisch zugänglich gemacht.

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Gab/Gibt es an der FH Wiesbaden Professoren oder Lehrbeauftragte, die Typedesign unterrichten?
An der FH Wiesbaden selbst wird zur Zeit noch kein Typedesign unterrichtet. Aber ich weiß, dass Frau Prof. Wagner – unsere Typografie-Professorin – gerade an einem Kurskonzept für die Bachlorstudenten arbeitet. Sie organisiert sehr viel, um die Studenten für Typedesign zu motivieren und veranstaltet immer öfter Gastvorträge.

Wie würdest du den Typografie-Unterricht an der FH beschreiben bzw. bewerten?
Da kann ich, glaube ich, gar nicht so viel dazu sagen … Ich habe lediglich in meinem Grundstudium an der FH Wiesbaden die Pflichtkurse belegt. Da ich mich vor dem Studium noch nie mit Typografie beschäftigt hatte, war dies sehr wichtig und grundlegend für mich. Zuerst musste man ein Semester lang Schriften zeichnen und die Klassifikationen lernen. Danach wurde über zwei Semester die Typografie in der Anwendung gelehrt. Von daher hat es mir persönlich sehr viel gebracht. Alles weitere lernte ich erst (wie schon erwähnt) durch mein Auslandssemester an der HKB.

Wer Kontekt mit Miriam zu ihrem Buchprojekt aufnehmen möchte schreibt an: miriamschwack(at)gmx.de

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1 comment 7. März 2007 Peter Reichard

3 Fragen an Anke Stache

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Anke Stache vom Frankfurter Designbüro »Die ArtDiktatoren« wird gemeinam mit Marco Bölling am Freitag Abend auf den 9. Tagen der Typografie über das Zusammenspiel von Typografie und Druckveredelung berichten.

Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade die?
EINE Lieblingsschrift als solches habe ich nicht. Durch die Projektbezogene Arbeit prüfe ich immer ganz genau was die Schrift können und ausstrahlen soll. Ich liebe jedoch die gut ausgebauten Schriftfamilien, die sich für umfangreichere Corporate Design Projekte und feinste Akzentuierungen eignen. Das Revival der historischen Schriften (z.B. Projekte der Dutch Type Library) finde ich wundervoll, weil viele dieser Schriften mit einer stillen Würde strahlen.

Was macht für dich Typografie aus?
Typografie sehe ich als Stimme für das gedruckte Wort. Mit ihrer Hilfe können wir uns ein Bild machen, wo keines ist.
Durch gute typografische Arbeit, lenke ich durch Informationen und kann deren Aufnahme extrem erleichtern. Durch Typografie erwecke ich erst das Interesse Texte zu lesen oder genau das Gegenteil. Wie Dan Reynolds schon schrieb, man merkt wie der Designer gearbeitet hat. Ob er mit Spaß und Verstand bei der Sache war oder lieblos vorsichhin gearbeitet hat.

Welches typografische Projekt würdest du gerne realisieren?
Ein ganz bestimmtes Buchprojekt für Designer möchte ich realisieren … ich glaube ich sollte es nicht veraten, damit mir keiner zuvorkommt ;-) .
(Bildquelle: Die ArtDiktatoren)

Add comment 27. Februar 2007 Peter Reichard

3 Fragen an Dan Reynolds

Um die Referent/innen der 9. Tage der Typografie etwas ausführlicher vorzustellen haben wir an alle »3 Fragen …« zu Typografie und Schrift gestellt. Den Anfang macht Dan Reynolds, der in seinem Workshop in die Grundlagen des Typedesign an Hand einer Stencil-Schrift (Schablonenschrift) einführen wird.

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Was ist deine liebste Schrift und warum ist es gerade die?
Weißt du, gerade zu dieser Frage ist es für mich extrem schwierig, eine Antwort zu finden. Als Grafikdesigner verwende ich täglich desöfteren mehrere Schriften in verschiedenen Projekten. Und wenn ich mich richtig in eine Aufgabe eingearbeitet habe, dann ist die Schrift, die ich gerade verwende, immer meine Lieblingsschrift! Eigentlich ist es so ähnlich wie beim Musikhören; das liebste Lied ändert sich dabei auch ständig, je nach Stimmung oder Laune.

Als Schriftgestalter ist es ganz anders! Wenn ich an einer Schrift arbeite, bin ich für Monate oder sogar jahrelang dabei. Um fit zu bleiben, muss diese Schrift, zumindest in dieser Zeit, die liebste sein. Oder vielleicht die, an der ich demnächst arbeiten will! Eins ist sicher: wenn ich mit einer Schrift fertig bin, dann will ich sie nie mehr sehen. Die Schriften, die ich fertiggestellt habe, sind nicht meine Lieblingsarbeiten!

Auf meinem Briefbogen oder ähnlichem verwende ich schon seit längerer Zeit die Linotype Textra von meinen Kollegen Jochen Schuss. Vielleicht ist sie dann meine Lieblings-Schrift?!

Was macht für dich Typografie aus?
Gefühle und Begeisterung! Ich liebe Buchstaben und Worte, ihre Kurven und ihren Kontrast. Wenn jemand mühevoll und konsequent mit Text arbeitet, merke ich das. Ich laufe durch die Stadt und sehe, wo der Designer genau diese Ziele erreicht hat, und anderseits sehe ich viele Arbeitsergebnisse, wo klar ist, dass der Designer keinen Bock hatte. Ich hasse einfach Drucksachen, Webseiten oder Texte in diesem Umfeld, die lieblos gestaltet wurden.

Welches typografische Projekt würdest du gerne realisieren?
Ich würde gern die visuelle Identität einer politischen Partei neu gestalten. Daran würde ich richtig viel Freude haben, glaube ich!

Add comment 15. Februar 2007 Peter Reichard

3 Fragen an Indra Kupferschmid zum »22ft«

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Mit diesem Interview wollen wir eine neue Reihe starten. Wir interviewen Typograf/innen über ihre Arbeiten, bestimmte Themen oder Events, aber es gibt jeweils immer nur 3 Fragen. Den Start macht das Interview mit unserer Kollegin Indra Kupferschmid über das 22. Forum Typografie, nächstes Jahr in Düsseldorf.

Was ist das Forum Typografie?
Vor über 20 Jahren, als wir alle noch nicht so gut über blogs und newsletter vernetzt waren, haben sich engagierte Gestalter zusammen gefunden, die sich mit Leidenschaft für bessere Typografie einsetzen wollten. Gründungsmitglieder des Vereins »Forum Typografie« sind so bekannte Namen wie Erik Spiekermann, Hans Peter Willberg, Georg Salden, Günter Gerhard Lange, Helmut Schmidt Rehn, Gerd Fleischmann und Roland Henß.
Heute wird das Forum von Vertreter aller gestalterischen Bereiche, wie Typografen, Schriftentwerfern, Designern, Grafikern, Schriftsetzern, Journalisten, Textern, Werbefachleuten und natürlich Studierenden und Hochschullehrern getragen. Die Basis sind regionale Gruppen, in denen man sich mit Kollegen über Schrift und Gestaltung austauschen kann oder auch Vorträge organisiert werden. Einmal im Jahr finden ein großes Bundestreffen statt, das sich an alle Typografie-Interessierten richtet. Nächsten Februar wird es von Fachbereich Design der FH Düsseldorf organisiert.

Gibt es ein Thema, das sich durch die Veranstaltung und die Vorträge durchzieht?
Schriftgestalter über Schrift und Gestalten!
Es geht um Schriften, über deren Entstehungsgeschichte und den Umgang mit Schrift.

Was erwartet die Besucher im Februar?
Elf spannende Vorträge, zwei Ausstellungseröffnungen mit Sektempfang, 22 Schaukästen mit vielen typografischen Arbeiten der Studierenden, 8 Heizstrahler und ein Zelt im Innenhof, drei Mahlzeiten, eine wunderbare Party, 1000 Exemplare unserer kostenlosen Tageszeitung inklusieve Interview mit dem Schuhmacher von Uwe Loesch, ein weißer Bag voller Goodies, schwarze T-Shirts (Langarm), Kakao for free, hilfsbereite Hilfsbereiter und natürlich zahlreiche interessante Teilnehmer.

Anmelden können sich alle unter www.22ft.de
Bis Ende des Jahres gibt es einen Frühbucherrabatt.

2 comments 14. Dezember 2006 Peter Reichard

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