Geschenktipp #2: Tüpo-Schlüsselanhänger

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Die Schlüsselanhänger, in den Formen der Bello Small Caps kommen von tüpo, dem Design-Label von Tanja Huckenbeck. Die Anhänger sind aus 5 mm starkem Wollfilz, ca. 10 cm hoch und sind zur Zeit in folgenden Farben erhältlich: grün, rot, beige, graubraun oder schwarz meliert. Reiner Wollfilz ist ein Naturprodukt, das hervorragend schmutz- sowie wasserabweisend ist.

Alle Buchstaben sind erhältlich, Preis pro Stück: 9,50 Euro + Versand, erhältlich im Webshop.

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Und hierzu auch noch eine kleine Anekdote. Als Tanja den Drei von Underware als Anwendungsbeispiel Buchstabenkissen schickte sorgte das für einige Verwirrung. Hier könnt ihr die »Tanja-Story« nachlesen.

1 Kommentar 2. Dezember 2010 Peter Reichard

Geschenktipp #1: Hamburg Alphabet

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Vor einigen Tagen flatterte dieses schöne Buch bei uns herein, dass für alle typophilen Menschen ein Augenschmaus ist. Gemalte Schilder oder welche aus Leuchtstoffröhren, alle samt aus Hamburg sind hier von A–Z versammelt.
Ohne Schrift keine Stadt: Ladenschilder und Fassadenschriften begegnen uns auf Schritt und Tritt. Als Visitenkarten der Geschäfte und Aushängeschilder im wahrsten Sinne des Wortes sind sie weithin sichtbar, dienen der Orientierung und prägen das Stadtbild.

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Aus Neonröhren geschwungen, aus Stein gemeißelt, auf die Hauswand gemalt – manche der Schriften sind kunstvoll gestaltet und typografisch raffiniert, manche leichtfertig zusammengebastelt, manche grell und modisch. Viele zeigen Altersspuren oder sind schon beinahe ganz verblasst.

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Das Hamburg-Alphabet archiviert, dokumentiert und ordnet Schriftzüge und Schilder von Hamburger Fassaden. Von A wie »An der Alster« bis Z wie »Zum Brandanfang«. Mal sachlich, mal verspielt und mit vielen Hamburg-typischen Schriftzügen erzählt dieses Fotobuch Geschichten über Straßen und Stadtteile, über Typografie und über Veränderungen des Stadtbilds.

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HAMBURG ALPHABET von Chris Campe
96 Seiten mit 220 Farbabbildungen
und einer zweisprachigen Einleitung
deutsch/englisch, übersetzt von Corinna Rodewald

Hardcover, 12,5 x 17,5 cm, 14,90 Euro
ISBN 978-3-88506-466-4

2 Kommentare 1. Dezember 2010 Peter Reichard

»Manuale Tipografico« im Gutenberg Museum, 18.11.2010

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Unter dem Namen Bodoni gibt es sicherlich so viele – oder gar mehr – Varianten und Interpretation wie es verschiedene Garamonds gibt. Bodonis Manuale Tipografico ist nun als kompletter Nachdruck beim Taschen Verlag erschienen. Hierzu gibt es am 18. November im Gutenberg Museum eine sicherlich lohnesnwerte Veranstaltung. Prof. Dr. Füssel von der Uni Mainz hält nächste Woche einen Vortrag in Mainz über das Manuale Tipografico, das als Reprint bei Taschen erschienen ist.

Am Donnerstag, 18. November 2010, um 19.00 Uhr
im Vortragssaal des Gutenberg-Museums

Die Geburt einer Universalschrift
Der vollständige Nachdruck von Bodonis rarem Meisterwerk Der berühmte Buchdrucker und Typograf Giambattista Bodoni setzte mit seinem Manuale tipografico (1818) einen neuen Standard für den Buchdruck. Das zweibändige Werk – posthum in einer limitierten Auflage von 250 Exemplaren veröffentlicht – präsentiert 142 Antiquaschriften mit korrespondierenden Kursiven, eine große Auswahl an Rahmungen, Ornamenten, Symbolen und Blumen sowie das griechische, hebräische, russische, arabische, phönizische, armenische, koptische und tibetische Alphabet.

Bodoni (1740–1813), der offizielle Buchdrucker des Herzogs von Parma, erklärte, dass die Schönheit einer wohl durchdachten Schrift auf vier Prinzipien basiert: Gleichmäßigkeit des Entwurfs, Sauberkeit und Glätte der Schrifttypen, Auswahl der besten Schriftformen und Anmut der Schrift. Bodonis Schriften weisen einen beispiellosen Grad an technischer Raffinesse auf und sind der Inbegriff von Reinheit und Grazie.

Das Manuale tipografico, in dem die Arbeit von mehr als vier Jahrzehnten kulminiert, stellt eine der größten typografischen Leistungen der Geschichte dar. Die Schriftart Bodoni findet bis heute – vom Printbereich bis zu den digitalen Medien – weite Verbreitung. TASCHENs Ausgabe von Bodonis Meisterwerk bietet dem Leser die seltene Gelegenheit, das vollständige Original zu studieren und sich mit dem Schöpfer der Universalschrift ‘Bodoni’ vertraut zu machen.

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2 Kommentare 10. November 2010 Peter Reichard

»Das Freelance Design Handbuch«

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Sehr positiv am »Freelance Design Handbuch« aus dem Stiebner Verlag sind die realistischen Berichte zu den Anforderungen an Freelancer und ihre Arbeitsweise. Diese Schilderungen sind abseits jedweder Romantik von »Man ist sein eigener Herr« und »Ich kann mir die Zeit selbst einteilen«. Die Realität ist anders und auch härter. Zudem ist sicherlich nicht jeder gute Designer dafür geeignet, denn allein die Design-Kenntnisse und das technische Know-How reichen nicht aus, um auch erfolgreich selbstständig zu sein.
Aber auch Tipps für die Praxis wie Akquise und Eigenwerbung findet man in diesem Buch, immer mit vielen Statements von Freelancern und illustriert mit Designs der interviewten Designer.

Der einzige richtige Haken an diesem Buch ist, dass beim Kapitel »Rechtliche Kenntnisse« die Hinweise fast nur für die USA nützlich sind oder so vage bleiben, dass einem das Kapitel nichts nützt. Denn das Buch wurde zwar übersetzt, aber nicht inhaltlich auf die Situation in Deutschland übertragen. So fehlen wichtige Themen wie Berufsgenossenschaft und Künstlersozialkasse, Mehrwertsteuersatz (7% und 19%), Gewerbe oder Freiberuflichkeit gänzlich. Zum Thema Umsatzsteuer liest man dann etwas, das dem Selbstständigen beim Finanzamt schnell das Genick brechen kann:
»Viele Freelancer haben uns erklärt, dass keine Umsatzsteuer anfällt, wenn sie die fertige Arbeit an den Kunden mailen. Liefern sie aber ein materielles Objekt wie den gleichen Auftrag auf DVD, dann müssen sie die Umsatzsteuer erheben.«
Da gerade Anfänger oft nicht Bescheid wissen und sich mit Hilfe eines solchen Buches informieren wollen, ist es unverantwortlich solche Statements zu veröffentlichen.

2 Kommentare 26. Oktober 2010 Peter Reichard

»Grafikdesign Kurs« oder »Mein Luftkissenboot ist voller Aale!«

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Wieder ein Buch, bei dem den Lesern der deutschsprachigen Übersetzung die Bäume leid tun, die für dieses Buch dafür gefällt wurden. Im ersten Teil bekommt man zwar noch interessante Abbildungen hervorragender Designbeispiele geliefert, aber den Inhalt sollte man nur mit größter Vorsicht genießen. Denn vermutlich durch die Übersetzung werden viele Passagen unverständlich wie diese Beispiel anschaulich zeigt:
»Zeitschriften und Zeitungen nutzen DTP, um so viele Wörter auf eine Seite zusetzen, wie für das Auge angenehm erfassbar und ästhetisch gefällig sind, wenn nötig, mit Seitenrastern, Vorlagen und Spalten.«

Die inhaltliche Tiefe ist meist zudem sehr gering. So gibt es zur Einführung von Layout- und Grafikprogrammen gerade mal 4–8 Seiten. Das hilft dem Anfänger gar nichts und demjenigen, der die Grundlagen der Software kennt, bringt es höchstens ein müdes Lächeln ins Gesicht.

Hier nur einige dieser unmöglichen »Inhalte«. Man könnte dies seitenlang fortsetzen, was ich aber den Lesern ersparen möchte. Und vor allem möchte ich den Lesern dieses Buch ersparen.

»Font: Bestimmte Größe, Dicke und Breite eines Zeichensatzes, z.B. Garamond Roman 12 pt.«
Vermutlich ist damit das Schriftgewicht und die Schriftweite (Extended, Condensend, etc.) gemeint. Versteht man aber so kaum. Zudem ist es falsch, dass die Größe durch den Font, also die Schriftdatei bestimmt wird.

»Grundlinie: Linie, auf der die Minuskeln (Kleinbuchstaben) stehen« Da die Großbuchstaben auch auf der Grundlinie stehen, ist die Erklärung ebenso ungenau wie diese: »x-Höhe: Höhe der Minuskeln in jeder Schriftart«. Denn was ist Kleinbuchstaben mit b, d, f, h, etc., die eine Oberlänge besitzen. Sie sind größer als die x-Höhe.?

Dem folgt die arg verallgemeinernde Behauptung, dass Schriften mit kleiner x-Höhe leichter lesbar sind.

»Moderne Serifenschriften wie Minion, Swift und Meta eigenen sich hervorragend für Zeitgeistthemen.«
Doch Meta ist ein Sans-Serif-Schrift oder man hätte zumindest Meta Serif angeben sollen.

Der Durchschuss wird fälschlicherweise als »Horizontaler Zeilenabstand« Dabei ist Durchschuss nicht gleich dem Zeilenabstand.

»Schnittmarken: Haarlinienmarkierungen außerhalb des Druckbereichs, mittels derer die Farbpaletten exakt übereinander positioniert werden«. Welche Farbpaletten sind hier in der Druckmaschine wohl gemeint?

»Einen Fadenzähler oder eine Lupe zur Kontrolle von Passer, Beschnitt, Tonwertzuwachs und Klarheit der Schrift.«
Erstens benötigt man für die Kontrolle des Beschnitt keinen Fadenzähler und was soll die Klarheit der Schrift? Vermutlich wurde Clarity (Deutlichkeit, Schärfe) mit Klarheit übersetzt.

»Siebdruck: Druckverfahren, bei dem Matrizen benutzt werden.«
Matrizen sind für die Herstellung von Bleibuchstaben verwendet worden.

Die Übersetzerin und die Lektorin scheinen kaum Kompetenz in den Themen Design, Druck und Medien zu haben. Oder nach Monty Python: »Mein Luftkissenboot ist voller Aale!« Solcher Bücher machen mich aggressiv.

2 Kommentare 26. Oktober 2010 Peter Reichard

Typostammtisch am 2. November

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Wie immer stehen die Typografie, Schriften und Grafikdesign im Mittelpunkt. Dazu der Austausch untereinander und Berichte von der Creative Paper Conference. Gerne kann auch jeder eigene Projekte mitbringen und vorstellen. Anmeldung zum Typostammtisch gerne auch via Facebook.

Beginn um 20 Uhr in der weinstube in der Taunusstraße 19 in Offenbach.

2 Kommentare 21. Oktober 2010 Peter Reichard

»Gestaltung, Typografie etc.« von Damien und Claire Gautier

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Die Autoren von »Gestaltung, Typografie etc.« hatten nicht den Anspruch, ein Buch zum Thema Layout, das alle Fragen erschöpfend beantwortet, zu schreiben. Trotzdem gelingt es ihnen, viele Bereiche anschaulich und mit vielen Beispielen illustriert vorzustellen und zumindest anzureißen.
Alle Abhandlungen zu Farbwirkung und Farbgestaltung, Formaten, Raster, Typografie, Goldenem Schnitt, Gestaltungsgrundlagen, Text-Bild-Integration u.v.m. sind umfangreich mit Beispielen international renommierter Designer illustriert. Dies macht das Buch zu einer Art Kompendium zeitgenössischem Grafikdesigns.

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Jedoch muss man auch festhalten, dass viele der erläuternden Texte der Autoren zu den Designs doch etwas oberflächlich wirken. So zum Beispiel die Erläuterung zu den Emigre-Fontkataloge, die als Beispiel für eine Seriengestaltung angeführt werden. Es wird als Gemeinsamkeit lediglich das – alles andere als außergewöhnliche – Format genannt:.
»Alle Schriftkatalog haben das gleiche Format, doch je nach vorgeführter Schriftart sind sie nach unterschiedlichen grafischen Prinzipien gestaltet.«
Zudem sind viele Texte durch die Übersetzung holprig, was stellenweise sehr störend ist. Machmal bleibt auch unklar was gesagt werden soll. Hier einige Beispiele dazu:
»Je höher sie (x-Linie), um so dicker erscheint die Schrift, auch wenn der Schriftgrad derselbe ist.« (Seite 54)
»Ob die Buchstabenbreite sich ändert oder gleich bleibt, wirkt sich auf den Leserhythmus aus.« ( Seite 55)
»Die Schriftenkataloge der Schriftgießerei Jonathan Hoefler und Tobias Frere-Jones (…) Sie sind seitenstark, damit die Schriften großzügig präsentiert werden können.« (Seite 236)
Und solche Sätze bleiben mir unverständlich:
»Die Sabon verbindet die Eleganz und den Klassizismus der Garamond mit der Nüchternheit der Serifenlosen Linear-Antiqua-Schriften.« (Seite 57)
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch einen Einstieg in die Welt des Layouts schafft, eine umfangreiche Sammlung von Designs namhafter Büros und Agenturen zusammenstellt, aber am Ende doch nicht u.a. wohl durch die Übersetzung hundertprozentig überzeugen kann. Zusätzlich ist es anstrengend, die extrem kleine Fließtextschrift auf Dauer zu lesen, und einige Seitenlayouts sind sehr unübersichtlich.
Eine weitere Besprechung gibt es auf Slanted

2 Kommentare 5. Oktober 2010 Peter Reichard

»Pragmatik« von Christopher Stahl

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Die »Pragmatik« entstand als Abschlussprojekt von Christopher Stahl an der htk – Hamburger Technische Kunstschule. Eine Groteskschrift auf geaometrischen Grundformen mit insgesamt drei Gewichten und jeweils echten Kursiven. Die Formen der Minuskel sind sehr geschlossen, was ein kompaktes Bild ergibt, aber in kleinen Größen nicht unbedingt sehr gut lesbar ist.

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Christopher Stahl sagt selbst zu seiner ersten Schrift:
»Die Pragmatik ist nach einigen Entwürfen und Experimenten meine erste ›richtige‹ Schriftveröffentlichung. Als solche steckt viel Selbstverwirklichung und das Verarbeiten von prägenden Einflüssen in ihr.
Die Bewegung um die ›Neue Typografie‹ in den 20er Jahren fand ich schon immer spannend, sowohl in der Grafik, als auch in der Schrift. Die damalige Idee, Buchstaben so weit wie möglich zu versachlichen und zu reduzieren, diente aber nur als Ausgangspunkt, sodass mir manche Details meiner Schrift im Vergleich zu einigen konstruierten Schriftexperimenten dieser Zeit fast schon radikal gegensätzlich vorkommen.«

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Der Zeichensatzvorrat umfasst 350 Glyphen und deckt alle west- und mitteleuropäischen Sprachen nach ISO-8859-1 und ISO-8859-2 ab. Drei verschiedene Ziffernsätze, 23 Ligaturen und viele stilistische Alternativen können über Open Type Features de- und aktiviert werden.

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1 Kommentar 5. Oktober 2010 Peter Reichard

@design – eine Buchbesprechung

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»@ design« beschäftigt sich nicht in erster Linie – wie der Titel auf den ersten Blick suggeriert – mit Webdesign, dem Publizieren im Internet oder Web 2.0 und behandelt diese Themen trotzdem.
Kein Widerspruch, denn es geht um Kommunikationsmodelle, Entwicklung der (medienübergreifenden) Kommunikation , aber auch um Gestaltungsgrundlagen und den Zusammenhang und Gegensatz von Kunst und Design. Ein theoretisch-wissenschaftliches Buch, das den Leser »aus dem Fluss des Lebens ans Ufer« treten lässt, »um zu betrachten, was geschah, geschieht und geschehen wird.« Es ist kein »Bilderbuch« zum Blättern und Schmökern, sondern setzt voraus, dass sich die Leser inhaltlich tiefergehend mit Design und seiner gesellschaftlichen Relevanz sowie seiner Vergangenheit und Zukunft beschäftigen wollen.
Denn Designer oder Mediengestalter sein, bedeutet nicht nur mal Dinge »schön und bunt« zu machen, sondern dazu gehört auch ein Verständnis über Designentwicklungen zu haben. Und genau hier setzt das Buch an. Während die ersten Kapitel die bereits seit Jahrhunderten bestehende Medienkonvergenz und die Bedeutung des Kommunikationsdesign in und für die Gesellschaft behandeln, ist das dritte Kapitel den Gestaltungsgrundlagen gewidmet. Spannendes Buch das zum Nachdenken anregt, wie ein Designbegriff zu verstehen ist, der »sich bewusst von Stil, Geschmack, Effekt und dekorierten Oberflächen abwendet.« Aber nicht unbedingt sprachlich leichte Kost.

Kommentar schreiben 1. Oktober 2010 Peter Reichard

Rezenssion »medien verstehen • gestalten • produzieren

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Umfassende Bücher über Mediendesign mit all seinen Disziplinen zu schreiben ist wahrscheinlich eine große Aufgabe für alle Autoren. Dieses bereits 2002 erstmals erschienene Buch »medien verstehen • gestalten • produzieren« aus dem Europa Lehrmitel Verlag wurde von insgesamt 5 Autoren weitgehend überarbeitet. Es ist schwierig auf 700 Seiten alle Themen in der nötigen Tiefe und in der richtigen Gewichtung darzustellen.
Meiner Meinung nach ist dieses Projekt an seinem Anspruch, Kommunikationstheorie, Gestaltung, Druckproduktion, Audio, Video, Film, Animation, Internet, Markenrecht, Kalkulation, Marketing und vieles mehr ausreichend in einem Buch zu vermitteln, gescheitert.

Sicherlich ist vieles richtig und auch gut erklärt in dem Buch, aber auch sehr vieles ist veraltet, oberflächlich dargestellt bzw. enthält falsch angewendete Begrifflichkeiten. Das Problem für den Leser, vor allem den Neueinsteiger, ist es, nicht direkt zu erkennen, was nun richtig, was ausführlich genug ist und was nicht.

Hier einige Beispiele:

• Die Geschichte der Schrift wird mit einer (!) Buchseite abgehandelt und das so, dass nur Schlagwörter aneinandergereiht werden, aber kein Wissen vermittelt wird.
So heißt es extrem verkürzt:
»Beginnend mit dem Klassizismus um 1800 entstand eine Drucktype, die bis in das Zeitalter ›neuen Sachlichkeit‹ (1930) zum Einsatz kam. Grundlage dieser sachlichen auf Funktionalität ausgerichteten Sichtweise war die Bauhaus-Bewegung.«

Jedoch wird ebenfalls eine Seite über Smileys und Web-Netiquette eingeräumt. Das ist sicherlich im Vergleich mit der Schriftgeschichte keine angemessene Gewichtung.

• Ein Fachbuch, das von Serifen wie in Kindersprache von »Füßchen« spricht, ist nicht überzeugend.

• Blocksatz wird als Ausschließen bezeichnet. Der Begriff aus dem Bleisatz wird weder erläutert und schafft so nur Verwirrung, zumal auch ganze Druckbögen ausgeschlossen wurden.

• Selbst Standards wie PDF-Erzeugung werden extrem oberflächlich behandelt.

• Lächerlich wird es dann, wenn die Fun-Kamera Lomo Actionsampler als »Spezialkamera« bezeichnet wird, die »vier Passbilder« herstellen kann.

• Opentype-Fonts kommen gar nicht vor und auch sonst ist das gesamte Handling der Druckvorstufe völlig veraltet oder sogar falsch. Überfüllen wird beispielsweise mit Überdrucken verwechselt.

• Corporate Design und Corporate Identity werden ebenfalls völlig außer acht geklassen.

Diese Liste könnte man noch mit weiteren Beispielen fortsetzen.

Kommentar schreiben 1. Oktober 2010 Peter Reichard

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