
Am Eröffnungsabend der 12. Tage der Typografie wird u.a. dieses Jahr Mathieu Lommen den Vortrag »Schreiben und Schriftentwurf: die Niederländische Tradition seit 1912« über die Sondersammlungen der Universität von Amsterdam halten.
Mathieu Lommen ist Kurator Grafische Gestaltung an der Universtät von Amsterdam (Sondersammlungen). Er publiziert über Buch- und Schriftentwerf. Einige seiner Publikationen: Irma Boom: biography in books (2010); Letterrijk: Rijksoverheid Serif en Sans (2008); Bram de Does: typographer & typedesigner (2003); Dutch typefounders’ specimens, mit John A. Lane (1998).
Kommentar schreiben 12. August 2010
Peter Reichard

Ich habe bereits einige Schriften von Sascha hier vorgestellt, mit der kürzlich erschienen »St Marie« gibt es nun die erste Textschrift von Stereotypes. Durch die acht Schriftgewichte ist die Schriftfamilie der Antiqua schon vielseitig einsetzbar. Die Kursivschnitte sind bereits angekündigt und werden daraus eine vollständige Schriftfamilie machen. Die kantigen Formen einzelner Buchstaben geben der Schrift einen schönen Charakter. Bitte mehr davon – I Love Marie!

1 Kommentar 12. August 2010
Peter Reichard
Am 29. und 30. Oktober wird die Jahrestagung des Internationalen Arbeitskreis für Druck und Mediengeschichte in Offenbach zum Thema »Alois Senefelder und die Folgen« stattfinden.
»Druck- und Mediengeschichte als Forschungsgegenstand ist noch eine relativ junge Disziplin und an den Hochschulen nur peripher verankert. Ihr Ziel ist die Untersuchung und Darstellung technischer Artefakte zur Vervielfältigung von Text und Bild in ihren Wirkungen als Ursache und Folge gesellschaftlicher Bewegungen. Die Forschungsergebnisse sollen das Verständnis über gegenwärtige und zukünftige Arbeitsbedingungen, technische Entwicklungen und Zivilisationsprozesse erhellen. Dafür werden unter anderem auch die Forschungsergebnisse der Buch-, Technik-, Geschichts- und Sozialwissenschaften herangezogen. Mitglieder des IADM sind historisch Interessierte aus Bibliotheken und der Berufspraxis in künstlerischen und/oder betrieblichen Zusammenhängen, wissenschaftliche Experten aus Forschungsinstituten unterschiedlicher Wissenschaftszweige, Kustoden technikwissenschaftlicher Sammlungen in Museen sowie private Sammler. Eine breite Fachöffentlichkeit mit Tagungen und Veröffentlichungen zu erreichen, Theorie und Praxis zu verbinden, ein Netzwerk zu Fragen der Museumsdidaktik, des angewandten Handlungswissens an Maschinen und Werkzeugen sowie der Druck- und Mediengeschichtsforschung zu bilden, dies sind die zentralen Anliegen des IADM.q
Hier ein paar Einblick in das Programm, das es hier komplett als PDF gibt:
- Vom Punkt zum Raster. Zur Geschichte des Punktes in der Reproduktionstechnik: Hanns-Peter Schöbel (IADM)
- Erfindung, Entdeckung, oder technische Evolution des Offsetdrucks: Jürgen Zeidler (Saal-Presse, Werkstatt für künstlerische Druckgraphik, Bergsdorf)
- Besuch der Grafischen Werkstatt für Technik und Kunst Offenbach e.V. und Vorführung eines Films durch Klaus Kroner (Werkstattleiter)
- Der Druck von Ansichtskarten am Beispiel der Kunstanstalt Carl Garte, Leipzig: Gerhard Stumpp (Stuttgart)
- Wie geht es weiter mit Print? Dr. Markus Rall (Vorstandsvorsitzender der Internationalen Senefelderstiftung, Vorstandsmitglied manroland)
- Lithografie & Schrift (Arbeitstitel): Dr. Thomas Glöß (Grafik • Design, Leipzig)
- Offsetdruckplatten als Motor und Spiegelbild der Entwicklung von Druck und Medien: Dr. Werner Fraß (Wiesbaden)
- Verbandsgeschichte der Stein- und Offsetdrucker: Dr. Harry Neß (Vorsitzender des IADM)
- Drucken im Museum. Museumspädagogische Angebote für junge Besucher: Odette Peterink (Museum Plantin-Moretus, Antwerpen)
Kommentar schreiben 5. August 2010
Peter Reichard

Kaum ein anderes Schweizer Unternehmen stand in den 50er und 60er Jahren für den Schweizer Grafikdesign-Stil dieser Zeit. Geigy hatte mit seiner eigenen so genannten Propagandaabteilung – heute würde man Marketingabteilung sagen – einen wichtigen Beitrag für diesen sachlichen und funktionalen Stil entwickelt.
In »Corporate Diversity« haben die Autoren die Entwicklung und die Arbeiten der unterschiedlichen Designer bei Geigy, aber auch die Designabteilungen des Unternehmens in den USA und Großbritannien mit vielen Beispielen hervorragend vorgestellt und illustriert. Gezeigt werden Anzeigenkampagen, Produktbroschüren, Werbemittel, Verpackungen bis hin zu Werbefilmen. Die Verwendung von Materialien, Prägungen und Stanzungen ist immer wieder ein Merkmal der damaligen Gestaltung für Geigy.
Eine Corporate Diversity, also unterschiedliche Erscheinungsbilder der Produkte, ergab sich aus der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Produkte selbst. Trotzdem entstand so etwas wie ein hauseigener Stil mit Gemeinsamkeiten im Design. Dies lag auch daran, dass viele junge Designer der Basler Hochschule bei Geigy ihre erste Station im Arbeitsleben fanden. Sie hatten mehr oder weniger die gleiche Ausbildung, die geprägt war u.a. durch die Ansätze von Armin Hofmann.
Wer etwas von Designgeschichte und Schweizer Grafik erfahren will, für den ist dieses Buch ein Muss. Es zeigt nicht nur viele Designs, sondern die Artikel verschiedener Autoren geben einen Einblick in die Zeit, in die Arbeitsweisen und die Auswirkungen dieser Zeitspanne.
Weitere Abbildungen des Buches sowie eine englischsprachige Besprechung gibt es bei grain edit.
Corporate Diversity – Schweizer Grafik und Werbung für Geigy 1940–1970
Verlag Lars Müller Publishers
ISBN 9783037781616
Preis 39,90 Euro
Seiten 208
Kommentar schreiben 30. Juli 2010
Peter Reichard

Der Titel »Fixierte Gedanken« sagt zunächst nicht viel über den Inhalt aus, erst der Untertitel »Eine Kurzgeschichte der Schrift, des Alphabets und der Zahlen und Ziffern« bringt Licht ins Dunkel.
Veruschka Götz hat ihre Gedanken und viele Fakten in diesem kleinen, handlichen Büchlein zusammengepackt und teilt dem Leser zu den im Untertitel aufgeführten Themen in Form von drei Artikeln viel Wissenswertes mit.
Irritierend ist jedoch, dass die Abhandlung der Schriftentwicklung sehr sprunghaft von den venezianischen Renaissance-Schriften direkt zur Schwabacher und zur Fraktur übergeht und mit dem Verbot der angeblichen »Schwabacher Judenlettern« durch die Nazis 1941 endet. Kein Wort zu den großen französischen Antiqua-Schriften von Garamond. Nichts zu den Übergangsantiquas von Caslon und Baskerville, ebenso wenig zu den klassiztischen Antiqua-Schriften von Didot, Walbaum oder Bodoni. Und auch die Entwicklung der Egyptienne- und Grotesk-Schriften wird völlig ausgeblendet. Somit müsste dieser Artikel genau genommen heißen »Die Entwicklung des Alphabets: Eine lange Geschichte, verkürzt (statt kurz) erzählt«. Sicherlich haben sich die Grundformen der Schriften seit der Zeit Jensons, Manutius’ und Griffos nicht wesentlich geändert, aber die Ausformungen der späteren Epochen und vor allem den Wegfall der Serifen zu unterschlagen, passt nicht zum Anspruch, über die Entwicklung des Alphabets zu schreiben.
Ist man sich dieser Verkürzung bewusst, so ist »Fixierte Gedanken« eine gelungene Einführung in die Schrift-, Buchstaben- und Zifferngeschichte.
Eine weitere Besprechung gibt es auch bei MyFonts.de
Kommentar schreiben 29. Juli 2010
Peter Reichard

Echte Typografie zum Anfassen und Selbermachen, echte Typografinnen und Typografen, echte Buchstaben und echt Spaß! Im diesem Jahr werden die Tage der Typografie vom 5. bis 7. November unter dem Motto »ECHT« in der Akademie Druck + Medien NRW in Düsseldorf stattfinden.
Eröffnet wird die Veranstaltung mit zwei einführenden Vorträgen von Victor Malsy (Willich) und Alessio Leonardo (Berlin). Danach wird es die Möglichkeit geben, sich bei kleinen Häppchen über den richtigen Durchschuss, die schönsten Punzen, die anmutigsten Anstriche und die längsten Unterlängen auszutauschen und sich kennen zu lernen.
An Samstag und Sonntag finden parallel die Workshops statt, zu denen man sich ab jetzt anmelden kann!
Kreatives Basteln
Workshop mit Alessio Leonardi (Berlin)
Entdeckungsreise in die Welt des Typedesign
Workshop mit Veronika Burian (Prag)
Echt Garamond!?
Workshop von Tanja Huckenbeck und Peter Reichard (Offenbach)
Schrift-Bild: Die Hülle zur Musik
Workshop mit Stefan Claudius (Essen)
Die 12. Tage der Typografie richtet sich an Designstudenten, Grafikdesigner, Auszubildende, ambitionierte Schriftsetzer, Dozenten und Ausbilder sowie andere Interessenten aus den unterschiedlichen Bereichen der Druck- und Medienbranche.
Für überregionale Gäste hat die Akademie Druck + Medien NRW Zimmerkontingente in der Jugendherberge Düsseldorf reserviert. Für nähere Information oder Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Petra Kramer (kramer@vdmnrw.de, 0211/99900-37)
Kommentar schreiben 29. Juli 2010
Peter Reichard

Ab sofort kann man im Klingspor Museum Offenbach – und nur dort! – tüpo-Schlüsselanhänger kaufen, die auf der »Neuland« basieren. Diese Schrift wurde von Rudolf Koch, einem der bekanntesten Schriftdesigner der Gießerei Klingspor, 1923 entworfen. Besonders bekannt wurde sie durch die Verwendung für den Schriftzug des Film »Jurassic Park«.
Die Schlüsselanhänger sind 9 cm hoch, aus 5 mm starkem Wollfilz in rot- oder grünmeliert, ringsum vernäht und mit Öse und Schlüsselring versehen. Natürlich ist das komplette Alphabet erhältlich, nicht nur die abgebildeten Buchstaben!
Preis: 9,50 Euro pro Stück (inkl. MwSt.)
Mehr tüpo gibt es hier.
Kommentar schreiben 28. Juli 2010
Tanja Huckenbeck

Und es ist fast schon wieder ein Monat vergangen und der nächste Typostammtisch steht schon vor der Tür. Auch Sommerlöcher nehmen uns nicht die Lust an Typografie. Das bewies schon der Typostammtisch im Juli mit zwölf Besuchern. Am 3. August ab 20 Uhr findet der Typostammtisch in der Weinstube in Offenbach statt.
Neben neuen Büchern wollen wir einige neue Schriftprojekte vorstellen, z.B. die Costum-Schrift, die Lukas Schneider für Plus gestaltet hat. Bilder vom letzten Stammtisch gibt es übrigens in der Facebook-Gruppe zum Typostammtisch.
Kommentar schreiben 26. Juli 2010
Peter Reichard

Ein Kinderbuch aus dem Verlag Hermann Schmidt erklärt, wie ein Buch entsteht: von der Idee über Illustration, Satz und Herstellung bis zu Druck, Weiterverarbeitung und Distribution.
Die einzelnen Schritte werden durch repräsentative Personen (Die Autorin, Der Typograf etc.) vorgestellt und mit vielen Beispielen erläutert, wodurch die komplexe Thematik anschaulich und leicht verständlich wird.
Kindern wird der Vierfarbdruck erklärt, sie können verschiedene Papiere direkt im Buch erleben, lernen verschiedene Layoutraster, Schriftarten und Sprachstile kennen.
Dabei ist der Inhalt nicht oberflächlich, sondern sehr detailliert und wunderbar aufbereitet, so dass das Buch nicht nur für Kinder geeignet ist, sondern auch als Grundlagenbuch eingesetzt werden kann.
Besonderen Spaß macht – ebenfalls nicht nur Kindern – der Thermolack auf dem Einband sowie der aufgeschnittene Buchdeckel, der einen Einblick auf die gehefteten Bögen gibt.
Dieses Buch gehört in jeden Schulunterricht!
Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz
Preis: 29,80 Euro
ISBN: ISBN 978-3-87439-764-3
2 Kommentare 19. Juli 2010
Tanja Huckenbeck

Der Typostammtisch im Juli (13.7.2010) diesmal wieder mit neuen Buchveröffentlichungen wie »Schönste Schweizer Bücher 2010«, »Grafik und Gestaltung« aus dem Galileo Verlag, »Fixierte Gedanken« von Veruschka Götz, mit einem Bericht vom Vortrag von Mahendra Patel im Gutenbergmuseum, dem aktuellen Stand der Ausstellung »Schrift in Form« im Klingspormuseum (im September), den Tagen der Typografie, etwas tüpo und noch vielem mehr …
Wie immer in der weinstube in Offenbach ab 20 Uhr.
2 Kommentare 12. Juli 2010
Peter Reichard
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