Suche individuelle Magazin-Fonts, biete Buchgutschein – »Wettbewerb« bei Heimatdesign

2. April 2009 Peter Reichard

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Beim Lesen der gesammelten Meldungen bei designaggregat bin ich auf diesen Typografie/Schrift-Wettbewerb, ausgerufen von Heimat Design aus NRW (nicht zu verwechseln mit der Berliner Agentur), gestoßen. Heimatdesign beschreibt sich selbst als »Plattform und Display für junges Design aus der Region« und ist Magazin, Designshop und Agentur.

»Für die kommende Ausgabe schreibt das Magazin Heimatdesign einen Typografie-Wettbewerb aus. Gesucht wird jeweils eine Schrift für Überschriften (Headline), Vorspann (Lead/Caption) und Fließtext. Die TeilnehmerInnen können sowohl für nur einen dieser Teilbereiche eine Schrift einreichen als auch Beiträge zu allen drei Einsatzzwecken einsenden.«

Soweit so gut, doch es gibt keine namentlich bekannte Jury und das was den Gewinnern für einen kompletten Font geboten wird ist ein Witz.:

»Die Schriften, die gewinnen, werden wir in der kommenden Heimatdesign-Ausgabe verwenden, die im Juli 2009 erscheint. Das komplettes Magazin wird mit den Gewinnerschriften gestaltet und in einer Auflage von 15.000 Stück gedruckt, die anschließend im ganzen Ruhrgebiet verteilt wird. Zusätzlich werden die GewinnerInnen in Kurzporträts im Heft vorgestellt und als UrheberInnen der Schrift im Impressum genannt. Außerdem winkt ein Buchgutschein für Werke aus dem Verlag Hermann Schmidt im Wert von insgesamt 150 Euro, der bei Heimatdesign* eingelöst werden kann. (Hervorhebungen von der Redaktion, * Einlösen des Gutscheins im eigenen Shop von Heimatdesign)

Wettbewerbe sind eine Möglichkeit sich selbst und seine Arbeit, so fern man gewinnt, bekannter zu machen. Doch nicht alles was sich Wettbewerb nennt, ist auch ein fairer Wettbewerb. Oft werden unter dem Label »Wettbewerb« unbezahlte Pitchs verstanden.

Bevor man an so einer Aktion teilnimmt sondern man folgende Punkte bei der Ausschreibung hinterfragen:

1. Welche Nutzungsrechte werden dem Ausrichter übertragen?

2. Wer sitzt in der Jury? Es sollte im allgemeinen eine unabhängige Jury sein.

3. Welche Preise werden für die Gewinner ausgelobt und stehen sie im Verhältnis zur Aufgabe und zur späteren Verwendung?

4. Was geschieht mit den Arbeiten, die gewinnen bzw. nicht gewinnen?

5. Wird sichergestellt, dass der Namen des Designers genannt wird?

6. Handelt es sich um ein Unternehmen (oder Person, Verein), das sich möglicherweise nur um die Kosten für Entwürfe von Designbüros drücken will oder ist es ein anerkannter Wettbewerb wie »Die schönsten Bücher deutschlands« von der Stiftung Buchkunst.

7. Ist eine Anonymisierung der eingereichten Arbeiten garantiert?

8. Wie steht es mit der Bearbeitung der Wettbewerbsarbeit?

Kategorie: Zum Schluß

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