TYPE AND THE CITY WORKSHOP 25.–28. November 2004

30. November 2004 Peter Reichard

Passend zum Motto unseres Workshops »Type and the city« gestalteten die Teilnehmer/innen Logotypes für von ihnen ausgesuchte Städte. Dies konnten die Stadtviertel oder die Stadt, in der sie leben, sein oder auch eine Stadt, mit der sie selbst viel verbinden.

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In unserem Workshop wollten wir ganz bewusst einen Schriftzug ohne Signet für eine entsprechende Stadt auswählen. Dies ist sicherlich komplizierter als die Entwicklung eines Signets. Das Signet visualisiert im Allgemeinen entweder historische Bauten, geografische Gegebenheiten oder historische Elemente wie Wappentiere. Schaut man sich jedoch die »Haus«schriften von Städten und Kommunen an, so erkennt man schnell, dass das Entscheidende in der Regel nicht die gewählte Logotype war/ist, sondern das Signet.

Im Workshop visualisierten die Teilnehmer/innen gezielt ihre individuelle Sichtweise auf die Stadt. Ziel war es gerade, einmal andere Wege als im Alltag zu wählen und den Schriftzug selbst zu zeichnen.

Dabei wurde vorangestellt, dass es drei Wege gibt, Schrift bzw. Buchstaben zu gestalten: das Schriftschreiben, das Schriftzeichen sowie das Schriftkonstruieren. Der Schwerpunkt dieses Workshops lag dabei mehr auf dem Schriftkonstruieren. Diese Herangehensweise ermöglichte es nach kurzen Vorübungen (Entwicklung verschiedener Buchstabenvariationen) mit dem eigentlichen Entwerfen zu starten.

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Nach diesen Vorübungen, die mit erläuternden Vorträgen und Beispielen einiger Logotypes und Schriften von TYPOSITION. ergänzt wurden, ging es im Folgenden darum, anhand eines Brainstormings herauszuarbeiten, was die jeweils ausgewählte Stadt ausmacht und wie dies nur mittels Buchstaben zu visualisieren ist. Dass Brainstorming nicht eine Sache ist, mit der man in einer halben Stunde fertig ist, merkten die Teilnehmer/innen dann sehr schnell. Das, was einem als erstes zu einer Stadt einfällt, ist oft nicht dazu geeignet, die Stadt klar von anderen Städten abzugrenzen.

So wurde dann in gemeinsamer Runde das Brainstorming intensiviert und es konnten Eigenheiten herausgearbeitet werden, die für die individuelle Sichtweise der Teilnehmer/innen auf die jeweilige Stadt oder das Stadtviertel standen.

Interessant dabei war die Entstehung der Logotype für die Stadt Bielefeld. Nachdem die gängigen Bauten, die geografische, politische und wirtschaftliche Lage zusammengestellt waren, ging es in der gemeinsamen Runde darum, mehr über Bielefeld herauszuarbeiten. Auf die provokative Frage »Wie riecht oder wie schmeckt Bielefeld?« antwortete die Teilnehmerin: »Es riecht nach Vanille-Pudding!«

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Der Grund für diese außergewöhnliche Antwort liegt bei der Firma Dr. Oetker in Bielefeld. In manchen Vierteln riecht man die Produktion von Puddings, besonders von Vanille-Pudding. Daraus entstand die Idee, eine Schrift zu schaffen, die süßlich und zugleich blubbernd, zähflüssig wirkt.

Ein zweites Beispiel ist die Logotype für das Viertel »Ostkreuz« in Berlin, ein Viertel, in dem das Straßenbild patchworkartig wirkt, wildgeklebte Plakate, zerfallene Häuser, Streetart, improvisierte Reparaturen etc. Zudem ist das Ostkreuz ein Schienenknotenpunkt der S-Bahn.

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Die Logotype basiert auf Kopien der Courier, die zerschnitten und ebenso wie das Viertel patchworkartig wieder zusammengesetzt wurden. Dabei wurden Buchstabenübergänge und Kerning nach und nach verfeinert.

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Insgesamt entstanden teils mehrere Entwürfe zu Logotypes für Spenge, Leipzig, Bünde, Kreuzberg (Berlin), Ostkreuz (Berlin) oder sogar wie am Beispiel Bielefeld Anfänge eines Alphabets.

Kategorie: Workshops & Vorträge

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