Typografische Impressionen: Leuchtreklame

5. September 2006 Peter Reichard

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Leuchtreklame gehört einfach zum modernen Stadtbild. Dabei gibt es verschiedene Methoden Buchstaben ins rechte Licht zu rücken. Sie werden angestrahlt oder Buchstaben werden auf Kunststoffflächen bedruckt und dann von hinten angeleuchtet. Auch Buchstabenformen aus Kunststoff, in deren Innern sich Neonröhren verbergen und das nötige Licht geben sind all gegenwärtig.

Mehr uns mehr verschwindet aus dem Stadtbild aber eine Form der Lichtreklame, die Buchstaben aus gebogenen Neonröhren. Diese Methode ist recht teuer, da diese Röhren meist von Hand als Motiv gebogen werden. Aber umso faszinierender sind für mich diese kleinen Kunstwerke aus Neonröhren, die am Tage ebenso wirken wie in der Nacht.

Albert Kapr beschrieb die, wie er sie nannte, Neonschriften und ihr Einsatz in »ABC – Fundament zum rechten Schreiben«:

Die Biegsamen, mit leuchtbarem Gas gefüllten Glasröhren brachten die neuzeitliche Lösung des problems der nächtlichen Reklame. Die Nacht wurde zum wirksamsten Schrifthintergrund. Zur Farbe kam der Bewegungseffekt, das rhythmische Aufleuchten und Verlöschen. Der Reiz gekonnter Lichtwerbung bildet die wirksamste optische Kulisse der nächtlichen Großstadt, und riesige Neonviertel können einem Stadtviertel das Gepräge geben.

Leuchtschriften sollen auch am Tage lesbar sein. Die Röhren müssen sich deshalb deutlich vom Hintergrund abheben oder auf andere Buchstaben aufmontiert sein, die die Form der Röhren am Tage verstärken. Leuchtröhrenschriften haben normalerweise Schnurschriftcharakter. Die Schriftkomposition muß die technischen Möglichkeiten beachten und ihre Wirkung vor allem auf einem Gegensatz der Bewegung und Richtung und des gedrängten und Lockeren aufbauen. Neonschriften sollten immer von einem befähigten Schriftgrafiker im Verein mit einem Architekten entworfen werden. Sie haben durch Leuchtkraft, Form und Farbe nicht nur eine suggestive Werbewirkung, sie beeinflussen mittelbar auch den optischen Geschmack der Bevölkerung und verlangen deshalb vom Künstler ein Maximum an ästhetischer Verantwortung.

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Den noch vorhandenen, meist schon etwas älteren Neonschriften sieht man das häufig auch an, dass da nicht eine x-beliebige Schirft aus dem Copy-Shop auf eine Kunststofffläche geplottet wurde und dann mit Licht hinterstrahlt wird. Der Trend zu Billigschildern, gerade wenn Läden, Gaststätten etc. neue Besitzer bekommen, führt dazu, dass diese alten und bewährten Neonschriften wohl früher oder später fast ganz aussterben werden. Daher bin ich mit der Kamera immer unterwegs um diese typografischen Kleinode festzuhalten.

Hier eine kleine Sammlung:

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Zürich

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Zürich

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Offenbach

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Offenbach

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Zürich

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Zürich; Hier wurde sogar die Unterschrift des Firmengründers in Neonschrift nachgebildet

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Wien; reine Neoschrift ohne hinterlegte Buchstaben

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Wien

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Wien

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Mainz

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Wien

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Zürich

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Offenbach

Kategorie: Typografie & Schriften

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