TypoJournal Nr. 2: Wayfinding und Lesbarkeit

11. Juli 2010 Tanja Huckenbeck

Die Orientierung an unbekannten Orten funktioniert in aller Regel über Schilder. Doch wie müssen sie aussehen, damit sie wirklich weiterhelfen und die Verwirrung nicht vergrößern?

Mit Leitsystemen (oder Wayfinding) und Lesbarkeit beschäftigt sich das TypoJournal von typografie.info in seiner 2. Ausgabe. Auf 96 Seiten im Format A4 geht es um die Definition von Lesbarkeit im Allgemeinen, eine Zusammenstellung von Beschilderungssystemen in Berlin, das Projekt »Legible London«, Schriftarten auf europäischen Verkehrsschildern, aber auch allgemeine typografische Themen wie die Entwicklung von optischen Größen, die Vorstellung der Schriften Wayfinding Sans und Malabar oder eine Untersuchung über die Bedeutung von Wortbildern.

Inhaltlich ist es also ein großes Themenspektum, das im TypoJournal zum Schwerpunkt Leitsysteme abgedeckt wird. Das Layout ist sehr aufgeräumt und übersichtlich und wird durch viele Grafiken und oft eindrucksvolle Fotos unterstützt. Alle Artikel sind online diskutierbar, der Link ist jeweils angegeben.

Was mich irritiert hat ist, dass einige Artikel im Gegensatz zu anderen nicht namentlich gekennzeichnet sind und so unklar bleibt, wer der Autor ist. Der Artikel zum Leit- und Orientierungssystem der Messe Stuttgart liest sich wie eine nicht weiter durch die Redaktion bearbeitete und ebenfalls nicht namentlich gekennzeichnete Pressemitteilung, was ich eher problematisch finde.
Die Wayfinding Sans ist ein interessanter Ansatz für eine neue Verkehrsschilder-Schrift – allerdings macht es in diesem Zusammenhang wenig Sinn, sie zum Teil mit der Helvetica zu vergleichen, da wäre ein durchgehender Vergleich mit der DIN hilfreicher gewesen.

Von diese Punkten abgesehen ist das TypoJournal ein interessantes Magazin zu typografischen Themen, und die derzeitige Ausgabe macht Lust auf die nächste.

Das TypoJournal ist hier für 8,50 Euro + Versandkosten erhältlich.

Kategorie: Typo-Magazine und Bücher

2 Kommentare Kommentar abgeben

  • 1. Ralf Herrmann  |  Juli 11th, 2010 at 16:57

    Zur Erklärung der Autoren-Frage: Dort wo der Autor genannt ist, gab es ein fertiges Manuskript, das allenfalls noch lektoriert wurde.
    Dort, wo kein Name steht, wurde Text- und Bildmaterial angeliefert und wir haben einen Artikel daraus gemacht. Wir wollten uns dennoch nicht anmaßen, dann automatisch Autor zu sein – aber auch nicht den Lieferanten der Texte Formulierungen unterjubeln, die sie so nicht abgegeben haben.
    Aber du hast natürlich Recht. Beim nächsten Mal muss dafür eine bessere Lösung gefunden werden.

  • 2. Tanja Huckenbeck  |  Juli 12th, 2010 at 08:41

    Hallo Ralf,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort und die Erläuterung! Wir freuen uns auch schon auf die nächste Ausgabe!

    Viele Grüße
    Tanja

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